DFDS Crown Seaways, Fähre Kopenhagen – Oslo

DFDS Crown Seaways

Zu Schiffen hab’ ich ein gespaltenes Verhältnis. Ich bin früher sehr gerne gesegelt, aber seitdem ich auf einer Hochsee-Angelfahrt die mit einer heftigen Seekrankheit verbundenen Leiden durchlebt habe, habe ich mich zumindest von Hochseeschiffen ferngehalten.

Nun ergab sich aber Anfang des Jahres die Möglichkeit, an einer von der PDRB (Plattform für deutschsprachige Reiseblogger) und DFDS Seaways, einer dänischen Reederei, veranstalteten Bloggerreise teilzunehmen. Ein interessantes Seminarprogramm an Bord zum Komplex Reiseblogs wurde versprochen und die Möglichkeit zu Kurzaufenthalten in Kopenhagen und Oslo war auch verlockend. Problem war nur, dass zwischen Kopenhagen und Oslo eine Menge Wasser und Wellen lagen. Doch nach einer Nacht drüber schlafen hab’ ich meine Ängste unterdrückt und mich angemeldet.

Norwegens Berge, Täler und kurvige Straßen mit dem neuen Motorrad zu befahren, stand auch auf meinem Programm. DFDS hatte mir freundlicherweise auch ein Ticket für mein Motorrad geschickt und nun konnte es losgehen.

Morgens machte ich mich auf den Weg und gegen 15:00 Uhr hatte ich die 600 km-Strecke Bremen – Kopenhagen hinter mich gebracht. Am DFDS-Terminal hatten sich schon etliche LKW, PKW und auch einige Biker mit ihren Maschinen versammelt. Nach Nennung der Buchungsnummer bekam ich mein Ticket, welches gleichzeitig als Kabinenschlüssel dient.

Terminal von DFDS in Kopenhagen

Terminal von DFDS in Kopenhagen

Ab in den Bauch der CROWN SEAWAYS

Dann ging’s rauf aufs Schiff und ich rollte auf den vom Einweiser zugewiesenen Platz. Der stellte mir einen großen Korb mit Spanngurten neben die Maschine und wandte sich anderen Aufgaben zu. Gut, dass ich wusste, an welchen Bauteilen Gurte angebracht werden können und wie man einen Spanngurt bedient, sonst hätte ich jetzt ein Problem gehabt.

Nach dem Verzurren des Mopeds schnappte ich mir mein Gepäck und schloss mich der Karawane der anderen Reisenden mit Ziel Kabine an. Nach einer kleinen Odyssee durch endlose Gänge und vorbei an überfüllten Aufzügen stand ich schließlich voller Erwartung vor meiner Kabine im 5. Stock.

Kabinengang auf der DFDS Crown Seaways

Kabinengang auf der DFDS Crown Seaways

Die Kabine

Hey, gar nicht übel, links eine Couch und an der gegenüberliegenden Wand auf gleicher Höhe ein Bett, darüber jeweils ein weiteres Klappbett Marke Liegewagen, das ggfs.über eine Leiter erklommen werden kann. TV und eine Rundsprechanlage (die ich mal besser laut gestellt hätte) waren ebenso an Bord wie eine komplette Nasszelle mit Dusche, Waschbecken und WC. Und ein Fenster für sehnsüchtige Blicke aufs Meer fehlte auch nicht.

Kabine auf der DFDS Crown Seaways

Kabine auf der DFDS Crown Seaways

Ein Willkommen in der Mermaid Bar

Aber ehrlich gesagt, wer will sich schon außer zum Schlafen in der Kabine aufhalten, wenn es ringsum nur so von Angeboten zum Zeitvertreib wimmelt. Also schnell die Motorradklamotten gegen etwas Luftigeres getauscht und ganz nach oben zur Mermaid Bar auf Deck 12, wo mich strahlender Sonnenschein und einige Dutzend Sonnenanbeter erwarten, die es sich bei Getränken aus der Bordbar gut gehen lassen.

Mermaid Bar der DFDS Crown Seaways

Mermaid Bar der DFDS Crown Seaways

 

Mittendrin meine 19 Bloggerkollegen und -innen, ein erstes Händeschütteln, ein Bier an der Bar besorgen und los geht’s mit dem offiziellen Teil unserer Bloggerreise. Sven Tomschin von DFDS begrüßt uns an Bord der CROWN SEAWAYS und stellt gemeinsam mit Gerd Liebenberger, der für die PDRB die Reiseorganisation gemacht hatte, das Programm für die nächsten Tage vor. DFDS ist übrigens die Abkürzung für Det Forenede Dampskibs-Selskab A/S (Die Vereinigte Dampfschiffs-Gesellschaft).

Gerhard Liebenberger (PDRB) und Sven Tomschin (DFDS) beim Briefing auf der CROWN SEAWAYS

Gerhard Liebenberger (PDRB) und Sven Tomschin (DFDS) beim Briefing auf der CROWN SEAWAYS

Die Restaurants an Bord

Es schließt sich gleich der erste Programmpunkt an, ein Abendessen im 7 Seas Restaurant, dem Buffet-Restaurant der CROWN SEAWAYS. Das Buffet bog sich unter der Last der aufgetischten Leckereien und unsere Tische am Fenster boten einen tollen Ausblick. Schon bald wurden die Tischgespräche weniger und die Gänge zum Büffet mehr. Einige Kolleginnen sollen sich sogar unter Missachtung aller Altersgrenzen in die Kinderecke des Restaurants eingeschlichen und sich dort am nie endenden Strom von Softeis gütlich getan haben.

Neben dem 7 Seas gibt es noch drei weitere Restaurants auf der CROWN SEAWAYS. Steakliebhaber werden im Explorers Steakhouse fündig, wer gehoben speisen möchte, reserviert einen Tisch im Gourmetrestaurant Marco Polo Restaurant und Freunde der italienischen Küche können im Little Italy Restaurant zwischen knuspriger Pizza aus dem Steinofen und frischer Pasta wählen. Ergänzt wird das Restaurantangebot durch mehrere Bars und eine Cafeteria.

Aussicht aus dem Restaurant 7 Seas der DFDS Crown Seaways

Aussicht aus dem Restaurant 7 Seas der DFDS Crown Seaways

 

Restaurant "Little Italy" auf der DFDS Crown Seaways

Restaurant „Little Italy“ auf der DFDS Crown Seaways

 

Bar auf der DFDS Crown Seaways

Bar auf der DFDS Crown Seaways

Die Geheimnisse der CROWN SEAWAYS

Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, kam uns die anschließende Schiffsführung gerade recht. Lt. Nils nahm uns mit auf eine interessante Reise durchs Schiff. 1994 wurde sie in Dienst gestellt, die CROWN SEAWAYS. Erst jüngst wurden die öffentlichen Bereiche für etliche Millionen Euro komplett renoviert. Das Schiff hat 637 Kabinen mit Platz für max. 2.044 Passagiere. Auf den Autodecks gibt es Platz für 450 Autos, aber auch für LKW und Motorräder.

Normalerweise für Passagiere nicht zugänglich ist die Schiffsküche. Mit Lt. Nils durften wir aber rein. Wir tauchten ein in ein emsiges Treiben und ich fühlte mich an einen Ameisenhaufen erinnert; ständig rasten aus allen Richtungen Mitarbeiter an uns Eindringlingen vorbei und dennoch hatte ich das Gefühl, dass die alle gut drauf waren. Da muss jeder Handgriff sitzen und die Organisation 100 %ig stimmen, immerhin zeichnet die Kombüse für sämtliche Mahlzeiten für bis zu über 2.000 Passagiere und Besatzungsmitglieder verantwortlich.

In der Kombüse der DFDS Crown Seaways

In der Kombüse der DFDS Crown Seaways

 

Weitere Servicebereiche folgten, im Kidz‘ Club können sich die lieben Kleinen so richtig austoben und in der Bubble Zone finden Passagiere eine komplette Badelandschaft mit Wellnessangebot.

Live Programm auf der DFDS Crown Seaways

Live Programm auf der DFDS Crown Seaways

 

Spa und Wellnessbereich "Bubble Zone" auf der DFDS Crown Seaways

Spa und Wellnessbereich „Bubble Zone“ auf der DFDS Crown Seaways

 

Im Sky Club mit DJ können Partygänger die ganze Nacht abtanzen. Auch an Anhänger des Automatenspiels wurde gedacht, etliche einarmige Banditen und ähnliche Spielautomaten sind an Bord. Wer dann noch Geld übrig oder reichlich gewonnen hat, kann sich im großen Sea Shop mit Kosmetik, Spielzeug, Kleidung, Lebensmitteln und Alkoholischem eindecken. Unglaublich, was in so ein Schiff alles reinpasst.

Weiter geht’s, Lt. Nils zeigt uns eine Spezialkabine, in der Trunkenbolden und Randalierern bei Bedarf gerne ein robustes Plätzchen angeboten werden kann; wenn das man kein Ia-Service ist.

Ausnüchterungszelle auf der DFDS Crown Seaways

Ausnüchterungszelle auf der DFDS Crown Seaways

 

Auch für Hundehalter wird ein besonderer Service angeboten. In einer abgelegenen Ecke des Schiffes befindet sich die Gassizone. Hier können die Vierbeiner der Passagiere ihr Geschäft verrichten und der Reinigungsservice ist inbegriffen.

Zum krönenden Abschluss durften wir ins Allerheiligste, die Brücke. Dort empfing uns der 1. Offizier Sune Sanson und zu unserer Verblüffung war er das einzige Besatzungsmitglied, das Dienst auf der Brücke dieses Riesendampfers hatte. Allerdings war er von Technik umgeben, wohin das Auge auch blickte und diese Technik ermöglicht es eben, dass ein Mann das Schiff alleine führen kann. Aber neben all der Technik gab es in einer Ecke der Brücke auch einen Esstisch für die Crew; ich denke, da wird noch alles in Handarbeit verrichtet.

Brücke der DFDS Crown Seaways

Brücke der DFDS Crown Seaways

 

Brücke der DFDS Crown Seaways

Brücke der DFDS Crown Seaways

 

Sitzgruppe auf der Brücke der DFDS Crown Seaways

Sitzgruppe auf der Brücke der DFDS Crown Seaways

 

Sonnenuntergang auf der DFDS Crown Seaways

Sonnenuntergang auf der DFDS Crown Seaways

 

Nach einem Absacker in einer der Bars begab ich mich für einen Test des Schlafkomforts in meine Kabine. Von Wellengang war nichts zu spüren und ganz leise glitt die CROWN SEYWAYS durch die nächtliche See. Der Schlafkomfort erwies sich als so gut, dass ich die morgendliche Weckdurchsage glatt verschlief; wie gesagt, ich hätte besser die Lautstärke etwas aufgedreht. Und somit war ich zwar ausgeschlafen, hatte aber die viel gepriesene Einfahrt in den Oslo-Fjord und das Frühstück verpasst.

Nachdem die anderen Passagiere von Bord gegangen waren, zogen wir Reiseblogger uns in einen der Konferenzräume des Schiffes zurück und handelten bis 16:00 Uhr unser Konferenzprogramm ab.

Insgesamt war ich sehr angetan von der Fahrt mit der CROWN SEAWAYS und werde künftig gerne wieder auf solche Fährreisen zurückgreifen, insbesondere, wenn ich mein Auto oder Motorrad mitnehmen möchte. DFDS Seaways hat schließlich neben Dänemark und Norwegen auch Länder wie Deutschland, Holland, Frankreich, England, Schottland, Litauen, Schweden und Estland auf dem Routenplan.

Diese Fahrt fand im Rahmen der PDRB Blogger-Konferenz #PDRBschiff auf Einladung von DFDS Seaways statt. Vielen Dank dafür.

Noch mehr Eindrücke gibt es bei anderen Reisebloggern:

 

 

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9 Kommentare

  1. So eine ausführliche Beschreibung! Da muss man gar nicht selber fahren.
    Sehr anschaulich und interessant erzählt.
    Bin sehr angetan!
    Heidi

  2. Deine Fotos sind einfach nur toll, Wolfgang. Machen Lust auf mehr. Da würde ich am liebsten nochmal aufs Schiff 🙂
    Herzlichen Dank auch für die Verlinkung!

    LG Simone

    • Danke, Simone! Ich könnte auch gleich wieder losschippern, vor allem, wenn man dabei so angenehme Gesellschaft hat.

      Beste Grüße, Wolfgang

  3. Hallo Wolfgang,

    deine Reisebeschreibung war wie immer sehr informativ und hat in mir etwas
    Fernweh geweckt. Die Beschreibung vom Schiff war super, das mit der
    Ausnüchterungs Kabine fand ich lustig, da liegen wahrscheinlich nicht sehr
    Appetitliche Erfahrungen zu Grunde.
    Danke für den schönen Bericht.

    Liebe Grüße
    Biggi

  4. Wie du hattest einen Fernseher in deiner Kabine ? Die gibt es doch sonst nur in der Comfort Class ? Oder meinst du den großen Kasten mit nur einem Programm (Meerleben) am Ende der Kabine ? 😉

    • Jetzt hast du mich verunsichert, Janett. Ich habe bei meinem Bildmaterial keine Fotos gefunden, auf denen ein TV zu sehen ist. Ich kann nicht ausschließen, dass ich die Fahrt Kopenhagen – Oslo mit der Fahrt Göteborg – Kiel verwechselt habe, die ich eine Woche später mit einer anderen Gesellschaft gemacht habe. Auf dieser Fahrt hatte ich definitiv ein TV in der Kabine. Ich habe das TV gestrichen. Danke für den Hinweis.

      Beste Grüße, Wolfgang

  5. Pingback: Eine Seefahrt, die ist lustig… Mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo | fernauslöserin

  6. Ich war bisher schon einige Male mit Color Line von Kiel nach Oslo unterwegs und möchte auch unbedingt bald mit DFDS von Amsterdam nach Newcastle. Mit Color Line habe ich eigentlich größtenteils gute Erfahrungen gemacht und möchte aber trotzdem mal die Route wechseln, auch wenn Norwegen wirklich unvergleichlich schön ist. Dass es bei DFDS in der Standardkabine keinen Fernseher gibt, ist eigentlich nicht weiter schlimm. Bei Color Line gibt es den zwar, aber angeschaltet war er meist auch nur kurz abends vor dem Schlafen, weil es auf dem Schiff so viele Angebote und nette Bars gibt, dass man wirklich nicht viel Zeit mit Fernsehschauen verbringen muss.

    • Ich kann Dich verstehen, ich bin auch begeistert von den Mini-Kreuzfahrten auf einheimischen Gewässern.

      TV-Geräte sind wirklich das Allerletzte, was ich auf einer Reise vermissen würde. In aller Regel bleiben die bei mir im Hotel ausgeschaltet.

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