Der letzte Tag war der beste

Ja, morgen heißt es nach meinem Reiseplan „Good by San Francisco“ *schluchz*. Das ist schon kein Grund zur Freude. Ich wollte es ja noch einen Tag rausschieben und habe heute morgen im Office nachgefragt, ob ich verlängern könnte. 

Ja, das geht, nur nicht zu den gleichen Konditionen, flötete das nette Girl an der Reception. Das käme dann 340 $ + Tax. Ne, ne, sag ich, nicht weitere drei Übernachtungen (für meine drei Übernachtungen hatte ich 290 $ + 40 $ Tax = 330 $ bezahlt). Habe schon verstanden, sagt sie … das ist der Preis für eine Übernachtung, wir haben am Wochenende ein großes Rennen in der Stadt und alle Hotels sind voll.

San Francisco, du bist mir zwar lieb und wert, aber dann komm ich lieber demnächst noch mal vorbei. 

O.k., das war das … weiter im Text. Ich hatte ausbaldowert, mir für den heutigen Tag einen Tagespass für San Franciscos ÖPNV inkl. Cable Car zu kaufen, das Auto in der Garage zu lassen und möglichst alle drei Cable Car-Linien rauf und runter zu fahren. Erst sechs Blocks zu Fuß zur nächsten Verkaufsstelle und dann ab auf die rumpelnden Dinger aus dem vorletzten Jahrhundert.

Aber erst mal mit einem kräftigen Frühstück im Restaurant stärken. Die letzte Nacht, die ich zur Hälfte zitternd auf einsamen Hügeln und Inseln mit Stativ und Kamera verbracht hatte, um Nachtaufnahmen zu schießen, hing mir noch mächtig in den Knochen. 

Das California Omelett war auch echt lecker (3 Eier, feine Füllung mit Bacon, Zwiebeln, Tomaten und obendrauf Sour Cream und Avocados, dazu gebutterter Toast und Hash Browns, so ’ne Art Rösti und viiiiiel Tabasco!). Als ich nach dem Zahlen aufstehen wollte, hab‘ ich mir aber unglücklicherweise irgendwas im Rücken eingeklemmt oder gezerrt und humpelte erstmal von dannen. Das war nix, was nach fünf Minuten verschwand, ne, das schien mich über den Tag begleiten zu wollen. 

Die sechs Blocks Anmarsch zur Verkaufsstelle habe ich gleich mal gestrichen und mich stattdessen per Auto dort hinbegeben. Vielleicht findeste ja ’nen Parkplatz, machte ich mir selbst Mut. Es kam, wie es kommen musste: Die einzige freie Parkuhr im Viertel akzeptierte keine Kreditkarte, sondern nur die speziellen San Francisco-Parkkarten, die ich aber nicht hatte. 

Also schnell auf die Internetseite mit Parkpreisen in Parkhäusern geschaut und tatsächlich, in der Nähe gab es ein Parkhaus, wo man nicht gleich das Auto verkaufen muss, um die Parkgebühren zu bezahlen. 2 $ die Stunde – 5 Stunden = 10 $ … ist ja geschenkt … nix wie hin. Mit quietschenden Reifen konnte ich gerade noch vor dem Schild anhalten, das mitten in der Einfahrt platziert war: Sorry, we’re full.

O.k., Cable Car, kommst auch du auf die to do-Liste für’s nächste Mal. 

Plan B? Hab‘ ich nicht. Ratzfatz, wir backen einen Kuchen … äh Plan B. Plan B lautet: Große Autotour zu einigen der Fotospots, die noch auf der to do-Liste stehen. Vielleicht habe ich Glück und habe DAS Licht und bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort und mache DAS Foto. 

Heute Abend auf den Tag zurückblickend möchte ich mich ausdrücklich bei meinem Hexenschuss bedanken! Ohne dich, mein Freund, wäre ich stundenlang auf ollen Cable Cars durch San Francisco gerumpelt und hätte fotografische Gelegenheiten verpasst, wie man sie in dieser Fülle als Fotograf nur alle 10 Jahre mal geschenkt bekommt.

Ich habe eben das Rohmaterial der Nacht und des Tages gesichtet und bin ganz aus dem Häuschen! Da sind auf den ersten Blick ein halbes Dutzend Aufnahmen dabei, die in der 1. Liga spielen, sprich, sich sehr gut in meinem großen DIN A 2 Wandkalender 2014 machen werden. 

Hach, ich bin richtig euphorisch.

P.S.
So ’n Post ganz ohne Foto ist auch doof, also noch ein Foto von meinem Kumpel Waschbär, der heute Nacht auf dem Parkplatz in Sausalito mit mir etwas Zeit verbracht hat. Er hat die Mülleimer nach Fressbarem durchsucht, während ich versucht habe akzeptable Fotos zu machen.



Ich habe übrigens eben meinen letzten Abend in San Francisco gefeiert … mit einer Pizza vom Edel-Pizzabäcker für 25 $ und ’nem Sixpack Budweiser vom Liquor Store auffer Ecke.

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