Polizeieinsätze

Schade, die Unruhen in Istanbul sind heute weiter eskaliert. Ich wollte heute um 08:00 in Beyoglu meinen Roller abholen. Mein Taxi musste jedoch 200 m vor dem Ziel halten, weil die Polizei Straßensperren errichtet hatte; den Rest musste ich laufen. An vielen Straßen rund um den Taksim-Platz waren massive Polizeikräfte vertreten. Hunderte von großen Mannschaftsbussen und Polizeiautos, Wasserwerfer, die Straßen schwarz vor lauter Polizisten … ein solch massives Polizeiaufgebot habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Den Tag über waren auch mehrfach dunkle Rauchsäulen über dem Gebiet zu beobachten.

Durch den Polizeieinsatz und die Sperrungen ist natürlich der ganze Verkehr zusammengebrochen. Selbst mit dem Roller war es mühsam, aber es ging doch wesentlich schneller. Ich habe schnell von anderen Rollerfahrern die Methoden übernommen, um auch bei Stillstand weiterzukommen. Man kann z.B. auch auf Straßenbahntrassen abseits der Straße fahren, da der Bereich zwischen den Schienen gepflastert ist. Auch auf Bürgersteigen kommt man bei Totalstillstand noch recht zügig am Stau vorbei. Rote Ampeln sind schöne Lichter, haben aber sonst keinerlei Funktion. Das Zickzack-Fahren durch die Staus und das Ausnutzen kleinster Lücken macht sogar Spaß. Man fühlt sich trotzdem recht sicher, weil jeder drauflos fährt, aber doch irgendwie jeder aufpasst.

Meinen Roller habe ich trotz Straßensperrungen morgens um 9 unterm Hintern gehabt. Ist ein richtig bissiges Teil im Stadtverkehr; kurz, leicht, wendig und mit enormer Beschleunigung bis 60 km/h. Da ich einen eigenen Helm und Handschuhe mitgebracht hatte, habe ich ihn sogar billiger bekommen (2 Tage für 100 TL = 45 €).

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass der Roller in Großstädten das ideale Fortbewegungsmittel ist. Man kommt schnell überall hin und findet fast immer ein Plätzchen zum Abstellen. So bin ich heute schnell ganz nahe an viele Märkte bzw. Basare rangekommen und selbst mitten auf der Galata-Brücke fand sich ein Plätzchen am Rande der dritten Fahrspur.
Nach dem ganzen Verkehrsstress habe ich ein paar ruhigere Punkte im Programm gewählt; zunächst ein kleiner Mittagsimbiss mit türkischem Mokka und dann ein Gang durch den Basar und den Gewürzbasar. Die tollen Farben und Gerüche im Gewürzbasar (und der perfekt deutsch sprechende Verkäufer, der 15 Jahre lang in Dortmund gelebt hat) haben mich denn auch verleitet, eine kleine Auswahl sündhaft leckerer türkischer Desserts mitzunehmen.
 
  
 
Mitten im Gewimmel des Basars habe ich dann auch den etwas versteckt liegenden Aufgang zur Rüstem-Pascha-Moschee gefunden.
 

 

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