Die Faszination der Drosselgasse

Schon richtig gelesen, nicht Boxengasse, wie es am Nürburgring nahe läge, nein, Drosselgasse,  und zwar die in Rüdesheim, dem Traumziel aller japanischen „Deutschland in drei Tagen“-Touristen.

Genug Geschreibsel in Rätseln, ein neuer Tag am Nürburgring war angebrochen und wir standen erneut vor der nicht leichten Aufgabe,  diesen mit einem einigermaßen reizvollen Programm zu füllen.

Die 30 km nach Mayen waren schnell zurück gelegt,  aber so wirklich wollte der Funke nicht überspringen. Koblenz kam ins Gespräch und ins Navi. Unterwegs das erste Highlight des Tages, wir biegen ab auf den Parkplatz eines HIT-Supermarktes,  um dort Marlenes zuhause vergessene Uhr durch ein preiswertes Exemplar zu ersetzen. Und wir waren tatsächlich erfolgreich, in der Vitrine eines kleinen Fotoshops im HIT fallen uns ein Dutzend Damenarmbanduhren unter 20 Euronen in die Augen.

Nach kurzer Diskussion und noch kürzerer Anprobe ist Marlene um 18,95 ärmer, aber fortan wieder im Besitz eines Zeitmessgerätes. Das nutzen im Verlauf des weiteren Tages alle Mitfahrer schamlos durch Fragen nach der Uhrzeit aus, was Marlene aber überhaupt nicht aus der Ruhe bringen kann.

Koblenz stellte sich erfolgreich unserem Wunsche entgegen, das Deutsche Eck zwecks Besichtigung mit dem Auto zu erreichen.  Nach dem Ausmaß der Baustellen und Straßensperrungen in diesem Bereich scheinen die Koblenzer dem Rhein ein neues Bett bauen zu wollen.

War es die Verzweiflung hierob oder nur ein Joke, irgendwer warf irgendwann die Drosselgasse in Rüdesheim ins Gespräch, wo Marlene vor über 50 Jahren mit Männe und einer Reisegruppe einen weinseligen Tag verbracht hatte. Eine Anfrage ans Navi ergab, dass das gut zu schaffen ist und schon war Rüdesheim als Ziel gelockt.

Nach einer wunderschönen Fahrt entlang des Rheins erreichten wir Rüdesheim und stürzten uns sogleich in den Touristentrubel. Andenkenläden locken die Touris mit Kitsch ohne Ende, Asbach Uralt wird am Firmensitz an jeder Ecke angeboten und dann gibt es natürlich noch die „Restaurants“, in denen Touristen mit Schnitzel, Pommes und Salat für 6,90 abgespeist werden.

Wider Erwarten fanden wir mit Breuer’s Rüdesheimer Schloss in der Drosselgasse ein Weinlokal,  in dem man vorzüglich zu niedrigen Preisen essen kann, sehr zu empfehlen!

Die Autofähre brachte uns rüber nach Bingen und von dort aus ging es über die Autobahn schnurstracks zurück zum Nürburgring. Die Hotelterrasse im 4. Stock bot uns zum Abschluss des Tages Ausblicke auf Rennautos und die Nürburg.

„Wir machen aus Sch…. Schönes.“ war das treffende Fazit, das Ulrike beim Abendessen zog.

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