Inselhopping

Am sechsten Tag dieses Venedigaufenthaltes hatte ich eine Bootsfahrt nach Torcello und zur Nachbarinsel Burano aufs Programm gesetzt. Vorher genau den Linien- und den Fahrplan studiert, welche Linie, von welchem Anlegesteg, wo umsteigen etc. pp. Aber was hilft das alles, wenn die ACTV sich nicht an ihre eigenen Pläne hält. Die Linie 9, die den Transport von Burano nach Torcello besorgen sollte, scheint man eingestellt zu haben, denn die 12 machte, bevor sie in Burano hielt, einen Schlenker und fuhr Torcello an. O.k., fangen wir halt in Torcello an. Von der Anlegestelle führt der Weg an einem Kanal entlang bis zum Zentrum um die Kirche S. Maria Assunta herum. Längs des Weges passiert man eine Reihe von Restaurants unterschiedlicher Preisklassen, in denen man sich langsam auf die Mittags-Touristen vorbereitet. Doch ich bin heute in spezieller Mission unterwegs; ich will das erste Haus am Platze testen, das Ristorante LOCANDA CIPRIANI direkt neben der Kirche. Das Haus gehört zum Imperium um Harrys Bar und es war zu lesen: „Das Essen ist hier besonders teuer, aber auch reichlich und gut.“ Doch halt, für einen Caffè al banco in der nächsten Bar ist immer Zeit … mmmh, das bringt einen wieder nach vorn. Blauer Himmel, die Sonne sorgt für Temperaturen um die 25 Grad, ich setze mich in den sehr schönen Restaurantgarten und bekomme von einem weißbefrackten Kellner die Speisekarte gebracht. Ein Fleisch-Menü zu 45 €, ein Fisch-Menü zu 55 € und die einzelnen Gänge überwiegend über 20 €. Das Fleisch-Menü beinhaltet Leber, also wähle ich das Fisch-Menü (schwarze Gnocchi, Filet von der Brasse und dreierlei Creme brulet). Dazu quarto litro vino rosso della casa und ein acqua frizzante.

Was soll ich sagen, teuer war es schon mit rd. 80 € (incl. 9 € coperto und Tip), aber die beiden anderen Einschätzungen „gut und reichlich“ teile ich nicht. Es war nicht schlecht und man ging auch nicht hungrig raus, aber mehr als Durchschnitt war das nicht.  Da habe ich für weniger Geld in Venedig schon wesentlich besser gegessen. Anschließend ein kleiner Verdauungsspaziergang durch die alten Gemäuer …

… und dann ging es weiter nach Burano, der Insel der orgiastischen Farben.

Ohne Worte!
Die ACTV sorgte für den negativen Schlusspunkt der Fahrt;  die Vaporetti waren so überfüllt,  dass man sich an die berühmte Sardinendose erinnert fühlte. Einmal musste ich beim Umsteigen wegen Überfüllung sogar aufs nächste warten.
Aber schön war er trotzdem, der Tag!

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