Porto wenig freundlich

Manchmal erwischt man weniger gute Reisetage. Heute war manchmal. 

Am Flughafen Bremen ging es schon los. Im Ryanair-Terminal drängten sich morgens um 5 die Fluggäste und die ausnahmslose Gepäckkontrolle auf Gewicht und Maße des Handgepäcks beschleunigte die Abfertigung auch nicht gerade.


Die Security legte nochmal ein Schüppchen obendrauf und senkte meinen morgendlichen Wohlfühlfaktor weiter. Hat man ja schon mal,  dass an manchen Flughäfen dies oder jenes besonders scharf kontrolliert wird.  Aber die Bremer stellten heute locker die schärfsten Kontrollen in den USA in den Schatten.  Selbst das Schuheausziehen reichte nicht, da wurden noch die Zehen einzeln abgetastet. Die mühsam ausgetüftelte Packordnung meines Rucksacks wurde in wenigen Sekunden zerstört,  weil die Mitarbeiterin am Scanner meinte, mit der Hand mal kräftig alles durcheinander wirbeln zu müssen bis sie schließlich erkannt hatte, dass eine Kamera eine Kamera und ein Stativ ein Stativ ist. 


Der Flieger war bis auf den letzten Platz voll und da ich meinen üblicherweise reservierten Sitzplatz 16 A oder einen anderen über den Tragflächen nicht mehr bekommen hatte, musste ich mich mit dem Sitz 1 C rumärgern. An dem Gangplatz in der ersten Reihe drängelt sich beim Einsteigen die ganze Meute mit ihrem Handgepäck vorbei und wenn das vorbei ist, nerven die Flugbegleiter mit ihren Rollcontainern. Da man vor sich keinen Sitz hat, sind die Klapptischchen seitlich im Sitz untergebracht,  was die eh schon schmalen Sitze noch unkomfortabler macht. Ne, 1 C muss ich nicht mehr haben, aber wenigstens die Beinfreiheit stimmte. 


Direkt nach dem Start habe ich meinen Luftkragen aufgeblasen und um den Hals gelegt, die Augenbinde aufgesetzt und die nächsten zwei Stunden in Morpheus Armen verbracht. Der Flughafen Porto empfing mich mit futuristischem Beton und grauem Wetter. Ab ins Taxi, durch den zähen Verkehr im Zentrum gequält und nach gut 20 Minuten und ebenso vielen Euronen stand ich um 09.30 vor meinem Hotel,  dem ibis Porto Centro .


Flughafen Porto

Endlich was Positives,  freundlicher Mensch an der Rezeption und schwuppsdiwupps war ich eingecheckt. Bis ich aber mit dem Aufzug auf der 6. Etage war …, der Aufzug wollte einfach nicht nach oben. Des Rätsels Lösung … der fährt nur nach oben,  wenn man zuvor die Codekarte seines Zimmers vors Lesegerät gehalten hat.

Das Zimmer ist klasse. Neuwertige,  moderne Einrichtung,  schönes Bad,  ruhig und sauber.


Um 10 brachte der Rollervermieter meinen Roller zum Hotel. Sehr freundlicher 

Keeway ARN 125, der Chinahobel

Mensch,  nur der Roller stellte sich als abgerocktes chinesisches Billigteil heraus. Dafür war er halt ein bisschen teurer als üblich.  Na ja, man muss nehmen, was da ist. Kaum losgefahren setzt ein hässlicher Nieselregen ein,  der beim Fahren mit dem Chinesenhobel auf dem rutschigen Pflaster für erhöhte Adrenalinausschüttung sorgt. Wie in anderen südlichen Ländern auch lockt der Regen sogleich geschäftstüchtige Menschen auf die Straße, die lauthals Regenschirme feilbieten. 

 

Regenschirmverkäuferin
Am Praça da Liberdade

Nach Unterschlupf und Imbiss in einem Bistro sah ich beim Rauskommen für ein paar Minuten sogar ein wenig blauen Himmel. 

Aber dann wurde der Regen so ergiebig,  dass ich ins Hotel gefahren bin und etwas Schlaf nachgeholt habe. Nach dem Nickerchen warf ich einen Blick aus dem Fenster und zack war die Hoffnung auf besseres Wetter geplatzt. Das Wetter hatte sich zur Stufe „Da jagt man ja keinen Hund vor die Tür.“ gesteigert.




Abends nochmal die Regenjacke über und die 50 m zum Italiener um die Ecke und nun bleibt nur noch die Hoffnung auf besseres Wetter ab morgen. 






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