Berlin-Revival II

Pünktlich um 9 ging’s am Freitag los und dank freier Autobahn standen wir kurz vor 12 vorm Bogota. Parkplätze waren leider ausgebucht und so mussten wir uns ein Parkhaus in der Nähe suchen. 800 m entfernt fanden wir eins in der Uhlandstraße, Ecke Lietzenburger Straße. Rein, raus, ab zum Taxistand und pünktlich um 12:30 waren wir am Bocca di Bacco.

Leider war das Esserlebnis diesmal nicht ganz so überzeugend wie beim ersten Mal. Am gewünschten Gargrad medium-rare meines Rindersteaks ist die Küche ein Stück vorbeigeschrammt; das war schon gut medium. Während das weibliche Service-Team letztes Mal eine überzeugende Leistung abgeliefert hatte, zeigte das männliche Team diesmal deutliche Schwächen. Wenn meine Flasche Wein abseits vom Tisch platziert wird, erwarte ich, dass mein Glas rechtzeitig nachgeschenkt wird und ich nicht ständig den Kellner auf mein leeres Glas aufmerksam machen muss. Das ist eine Nachlässigkeit, auf die ich allergisch reagiere. Na ja, neuer Versuch macht kluch.

Anschließend mit dem Taxi zum Parkhaus, Gepäck aus dem Auto holen und zum Einchecken ins Bogota. Tief eintauchen in die 60er Jahre war nun angesagt, vom wild gemusterten Teppichboden über Seidentapeten bis zur Ausstattung des Zimmers … alles authentisch.

Aber die Atmosphäre dieses Hauses ist schon ganz besonders, man atmet Geschichte und auch die Gäste sind anders, viel weltoffener und kommunikativer als man das heutzutage gewohnt ist. So wurden wir von einem Gast angesprochen, als wir abends mit einem Gläschen Rotwein im grünen Salon saßen und auf unsere Einladung setzte er sich zu uns und schnell entspann sich ein unterhaltsames Gespräch.

Das kulturelle Highlight des Tages war ein Besuch der frisch eröffneten Helmut Newton-Ausstellung im Museum für Fotografie. Sehr beeindruckend, das Lebenswerk dieses großartigen Fotografen in komprimierter Form erleben zu können.

Den Abend verbrachten wir mit Kölsch, Himmel un Ääd und Pomi, Rudolf und Michael im Gaffel Haus Berlin an der Friedrichstraße. Die Kellnerin erkannte uns gleich wieder und wir hatten sogar den gleichen Tisch wie vor drei Wochen. Leider war die Flönz überwürzt und ein auf drei Bildschirmen laufendes Fußballspiel störte die Kommunikation.

Am nächsten Morgen besuchten wir im Nolde Museum am Gendarmenmarkt die neue Ausstellung EMIL NOLDES SPÄTE LIEBE. DAS VERMÄCHTNIS AN SEINE FRAU JOLANTHE. Ein sehr informativer Film über Noldes Leben und sein Lebenswerk sowie eine schöne Auswahl seiner kraftvollen Werke bescherten uns einen wunderbaren Vormittag.

Verwandte Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.