Ein Hoch auf die Scooter

Scooter sagt Euch nichts? Oder Ihr denkt an die gleichnamige deutsche Band mit ihrem Frontmann H. P. Baxxter? Nein, nein, ich meine dieses wunderbare Gefährt auf zwei Rädern, mit dem man den Unbilden des Großstadtverkehrs entfliehen kann, und das hierzulande den unsexy Namen Motorroller trägt. Zuhause steht ein Kymco Downtown 125i ABS in meiner Garage, 125 ccm, 11 kw/15 PS, Vmax ca. 110 km/h. In der Saison von April bis Oktober lasse ich bei schönem Wetter für Kurz- und Mittelstrecken oft das Auto in der Garage und schwinge mich stattdessen auf meinen Scooter. Meistens bin ich schneller oder genauso schnell am Ziel wie mit dem Auto. Ein breites Grinsen hab‘ ich immer dann auf dem Gesicht, wenn ich den Scooter direkt am Ziel irgendwo abstelle, während Autoreisende erstmal auf Parkplatzsuche gehen.

Rom am Petersplatz

Aber so richtig cool ist das Scooterfahren erst in südlichen Ländern. Zum einen ist dort das schöne Wetter meist schöner als bei uns, zum anderen sind dort die gelebten Verkehrsregeln erheblich freizügiger als im Land des Flensburger Zentralregisters. Schon eine Stunde Fahrpraxis im Großstadtverkehr von Rom oder Istanbul zaubert auch beim deutschesten Michel den Outlaw hervor.

 

Pisa

Bei solchen Bedingungen macht das Fahren per se schon einen Heidenspaß, aber für den Städtereisenden ist es in erster Linie eine enorme Zeitersparnis. Man spart sich zeitraubende Fußwege und Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – ja, ja, ich weiß, keine Sozialkontakte in Bus oder Bahn 😉 – , man darf mit dem Scooter in die für den normalen Autoverkehr oftmals gesperrten historischen Stadtkerne in vielen italienischen Städten einfahren (ZTL – Zona Traffico Limitato) und Parkplatzprobleme gibt es auch nicht. Und angesichts der schon angesprochenen freizügigeren Verkehrspraxis ist der Scooter während der Rush Hour in Städten wie Rom, Florenz, Porto oder Istanbul das mit Abstand schnellste Verkehrsmittel. Den Scooter kann man z.B. auch mitten auf der Galata-Brücke auf der rechten Fahrspur abstellen und dann in Ruhe Fotos schießen. 

Die Scooter werden meist in zwei Varianten angeboten, als 50er oder 125er. Für die Stadt reicht auch ein 50er, wenn man keinen passenden Führerschein hat. Mit dem 125er geht’s natürlich flotter und man kann auch mal zu zweit oder eine längere Strecke über Land fahren.

 

Istanbul, Galata-Brücke

Für 125er Scooter braucht man mindestens einen kleinen Motorradführerschein. Es reicht allerdings auch der alte Autoführerschein (Klasse 3), wenn der vor dem 01.04.1980 ausgestellt wurde.

Die meisten Vermieter bieten auch gegen geringen Aufpreis einen Bring- und Abholservice zum/vom Hotel.

Die Preise sind in Europa sehr unterschiedlich, nachfolgend mal meine Anmietungen von 125ern aus den letzten Monaten:

Rom: Vermieter onroad.it – 3 Tage 107 €
Pisa: Vermieter ecorent.net – 3 Tage 148 €
Istanbul: Vermieter rentascooteristanbul.com – 2 Tage 80 €
Alanya: Vermieter martin-tuerkay.de – 4 Tage 100 €
Porto: Vermieter cooltra – 4 Tage 125 €
Barcelona: Vermieter cooltra – 3 Tage 100 €

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