Letzte Ausfahrt Büsum

Den Tag in Schleswig ließen wir mit einem Abendessen im Akzent Hotel Strandhalle ausklingen. Gutes Essen zu einem angemessenen Preis und ein hervorragender Service, Gast, was willst Du mehr?

Am nächsten Tag sollte der Weg nach Büsum führen, ein Ziel, das ich schon seit vielen Jahren immer wieder ansteure, um mir mal den Wind um die Nase wehen zu lassen und das rasante Leben ein wenig zu entschleunigen. Deshalb auch nie in der Hauptsaison, sondern bevorzugt im Herbst und Winter.

Über booking.com hatte ich am Vortag Zimmer im Akzent Hotel Dorn gebucht, das Einzelzimmer mit Frühstück zu 46 €. Mittelgroßes familiengeführtes Hotel, zentral aber ruhig gelegen, kostenloser Parkplatz direkt am Hotel; das klang sehr ordentlich und das war es auch. Der Empfang war freundlich und zuvorkommend. Die Zimmer in der 1. Etage (Achtung, kein Aufzug) waren ausreichend groß und die Ausstattung war o.k., etwas in die Jahre gekommen, aber alles war sauber und nicht schäbig und funktionierte. 

Berücksichtigt man jetzt noch das wirklich exquisite Frühstück, das die Leistung so manches höher besternten Hauses, in dem ich frühstückte, in den Schatten stellt, darf man wohl sagen, dass der Preis mehr als angemessen ist. Demzufolge werde ich bei einer Stippvisite Ende des Jahres wieder im Hotel Dorn nächtigen.

Doch ich will nicht zu sehr vorgreifen, zunächst stand ja mal der Strand von Sankt Peter Ording auf der Agenda. Ich liebe es, dort am weiten Sandstrand mit toller Fernsicht Strandspaziergänge zu machen. Das gibt neue Power für den Tag und macht den Kopf frei. 




Kurz vor Büsum gab es nochmals Grund für einen Zwischenstop, St. Bartholomäus in Wesselburen, eine Kirche, die 1737/1738 nach einem Brand neu erbaut wurde, deren Ursprung aber im 12. Jahrhundert liegt. Ein wahrer Augenschmaus, den man sich nicht entgehen lassen sollte.



Jetzt aber, Büsum ist erreicht und nach dem Einchecken geht es auf einen ersten Rundgang durch das beschauliche Städtchen. Man merkt, dass die Hauptsaison vorüber ist, die ersten Restaurants sind schon in die Winterpause gegangen. Aber noch ist es kein Problem, ein offenes Restaurant zu finden. Wir wählen das Fischspezialitätenrestaurant Kiek in, ein Haus, in dem wir schon vor zig Jahren „Scholle satt“ zur größten Zufriedenheit zelebriert haben.

Wir orderten zwei Mal die „große Scholle“, doch leider war nur noch eine da und so wurde uns Plan B vorgeschlagen, statt der großen drei kleine. Nun gut, nehme ich halt drei kleine. Mir gingen fast die Augen über, als mein Teller mit den drei kleinen Schollen serviert wurde! Zwei von diesen „kleinen“ Schollen wären in vielen anderen Restaurants als normalgroß durchgegangen. Wären die Schollen nicht so wahnsinnig lecker gewesen, ich hätte kapituliert vor dieser Masse Fisch. So konnte ich nur versuchen, meinen vollen Magen mit einem vom Chef des Hauses hergestellten Kräuterschnaps, einem „Wattenrutscher“ zu beruhigen … lecker! Das Kiek in, eine klare Empfehlung!

Kolles Alter Muschelsaal, so hieß unser gastronomisches Highlight des Abends. Etwas höherpreisiger als das Kiek in, dafür eine raffiniertere Speisekarte und noch einen Tick höher einzuordnen. Der als Beilage gereichte Salat war phänomenal, phantasievoll zusammengestellt und mit einem außergewöhnlichen Dressing, welches mir diverse AHs und OHs entlockte. Die in Kokos gewälzte Atlantik-Seezunge mit gebackener Ananas, Reis und einer Curryrahmsauce verdiente ebenfalls höchstes Lob. Ein Fläschchen Grüner Veltliner rundete dieses Esserlebnis ab. Mann oh Mann, die nächste Woche ist reisefrei und da wird eine Fastenkur eingelegt.

Der nächste Tag fing gut an, und zwar mit Sonnenschein und einem first class-Frühstück im Hotel Dorn. Gestärkt und gut gelaunt traten wir die Heimreise an, die nur noch von einem Halt in der schönen Kreisstadt Heide unterbrochen wurde. An Heide kann ich irgendwie nie vorbeifahren. 



Verwandte Artikel:

4 Kommentare

  1. Wir haben unseren Urlaub diesmal in Büsum verbracht und ich kann gar nicht sagen wie sehr wir das bereuen!! Die Belastung durch die Baustellen ist eine absolute Zumutung!!

    Mein Mann und ich sind an der Strasse untergekommen, wo ab morgens 7:00 eine endlose Kette von LKWs vorbeifährt, so dass man nicht ausschlafen kann!

    Diese LKWs hielten sich nicht im geringsten an das dortige Tempolimit von 30km/h, sondern donnern mit mindestens 50 durch die Kurve am Ortsausgang. Einige haben dabei auch noch das Handy am Ohr und die Polizei macht überhaupt nichts dagegen, weil es der Gemeinde wichtiger ist, den Bau zügig voranzutreiben, als die Gäste und Einwohner zu schützen.

    Da dort viele Radfahrer, ältere Leute und Kinder vom Campingplatz die Strasse queren, ist das alles vollkommen wider die Vernunft. Es muss dort erst richtig krachen und jemand sterben, damit die offenbar völlig unfähige Gemeinde dort tätig wird!!

    Durch die überhöhte Geschwindigkeit verlieren die LKWs reichlich Ladung. Die ganze Strasse war fortwährend mit einer Zentimeterdicken Schicht Sandstaub, Steinen und Dreck bedeckt. Dieser Staub wird von jedem LKW und jedem Auto aufgewirbelt, sicher 100 x pro Stunde. Die Dachfenster unserer Fewo waren mit einer dicken Staubschicht bedeckt und man konnte kein Fenster öffnen, ohne das sich dieser Dreck sofort auch in unseren Lungen verteilte. Wir sind wegen der „gesunden“ und „staubfreien“ Luft an die Nordsee gefahren und dann das!! Eine Luft, schlimmer als im Ruhrgebiet vor 40 Jahren! Mein Mann leidet unter Asthma, und das hat sich während des Aufenthalts dort verschlimmert!!

    Auch unser Auto war ständig mit diesem Staub bedeckt, als mein Mann das Auto waschen liess, war es am nächsten Tag wieder völlig dreckig. Unverständlicherweise wurde der Dreck auf der Strasse aber auch noch mehrmals am Tag völlig sinnlos nass gemacht (nach 1 Stunde ist das doch wieder trocken und staubig?). Jedesmal wenn wir aus Büsum rausfahren wollten, wurde das Auto von dem nassen Schlamm extrem verschmutzt und man konnte nicht einmal Brötchen holen gehen ohne matschig-gelbe Schuhe.

    Spaziergänge auf dem Deich und der Genuss des Naturparks Wattenmeer waren hier die grösste Enttäuschung! Baustelle, soweit das Auge reicht, man kann nur ein paar Meter auf der Promenade gehen, dann muss man wieder runter vom Deich.

    Die allergrösste Frechheit ist, dass dafür von uns insgesamt 164 € an Kurtaxe verlangt wurde, und wir ohne die Karte nicht mal auf das kleine Stück fertige Betonwüste, das reichlich übertrieben „Hauptstrand“ genannt wird, gelassen wurden!!!.

    164 € für den „Genuss“ eines trostlosen und überhaupt nicht schön anzusehenden Orts mit trostlosen Baustellen im und am Ort und extrem dreckiger Luft, für Gefährdung durch rasende LKW-Fahrer mit Handy am Ohr und Lärmbelästigung von morgens bis abends!!! Das ist wirklich unglaublich!!

    Wir waren nicht in „Kolles altem Muschelsaal“. Dass es dort neben den gleichförmig mittelmässigen Gastronomiebetrieben auch noch etwas gibt, wo es sich einzukehren lohnt, darauf wären wir nach der Odyssee durch die immer gleichen Speisekarten in den Restaurants gar nicht gekommen!!

    Wir fahren im nächsten Jahr wieder in die Berge, in den Harz oder nach sonst wo hin, aber bestimmt nicht noch einmal an die Nordsee und schon gar nicht nach Büsum!! So kann man sich auch die tolerantesten und leidensfähigsten Gäste vergraulen!

    • Hallo Frau Herberts,

      die seit Monaten andauernden Bauarbeiten in Büsum sind wirklich ein Ärgernis erster Güte. Die Bauarbeiten selbst noch nicht einmal, sie sind ja für die Hochwassersicherheit erforderlich. Dass aber die Gemeinde Büsum während der Bauarbeiten und der stark eingeschränkten Nutzbarkeit des Strandes und der von Ihnen beschriebenen Unannehmlichkeiten auch noch eine Kurtaxe erhebt, halte ich für eine Unverschämtheit.

      Aber kehren Sie deshalb nicht der ganzen Nordsee den Rücken, dort gibt es viele wunderschöne Landschaften, die es zu entdecken gilt.

      Beste Grüße, Wolfgang Niederau

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.