Alles Aal?

Logo der Stadt Comacchio

Das fragte sich manch ein Gast beim abendlichen Presseevent in der Trattoria San Pietro im Stuttgarter Heusteigviertel, in der normalerweise der bekannte TV-Koch Sante de Santis seine Gäste verwöhnt. An diesem Abend hatten aber Köche vom Ristorante Al Cantinon aus Comacchio, einer Stadt an der italienischen Adria, das Regiment übernommen.

Presseevent von ENIT, Emilia-Romagna und Comacchio in Stuttgart, Trattoria San Pietro, 14.01.2014

Die Kochbrigade aus Comacchio

 

Veranstalter waren ENIT, die italienische Zentrale für Tourismus, die Region Emilia-Romagna und die Stadt Comacchio. Mit Comacchios jungem Bürgermeister Dr. Marco Fabbri waren die Kultur- und der Tourismusbeauftragte sowie einige Hotel- und Campingplatzbesitzer angereist, um ihre Stadt den anwesenden Pressevertretern zu präsentieren.

Doch zunächst zurück zur Eingangsfrage „Alles Aal?“. Auf der Tourismusmesse CMT hatte ich am Vortag kurz mit der Pressereferentin von ENIT über das Essen gesprochen und auf ihre Frage „Ich hoffe, Sie mögen Fisch.“ geantwortet „Ich liebe Fisch, bis auf eine Art, das ist Aal.“

Am nächsten Tag fand ich am Tisch die folgende Speisekarte vor.

Presseevent von ENIT, Emilia-Romagna und Comacchio in Stuttgart, Trattoria San Pietro, 14.01.2014

Presseevent von ENIT, Emilia-Romagna und Comacchio in Stuttgart, Trattoria San Pietro

 

Ihr könnt euch vielleicht meinen Gemütszustand vorstellen, nachdem ich festgestellt hatte, dass Aal der Hauptbestandteil eines jeden Ganges war (vom Dessert mal abgesehen). Aal-Carpaccio, Aal mariniert, Aal gegrillt, Leberpastete vom Aal und das Kürbis-Risotto aus dem ersten Gang hatte der Küchenchef freundlicherweise durch ein Aal-Risotto ersetzt. Aus den Tischgesprächen hatte ich schon erfahren, dass meine drei Tischnachbarn ebenfalls eine Aal-Phobie plagte. Aber Reiseblogger sind ja hart im Nehmen und so habe ich zum ersten Mal im Leben Aal gegessen, und zwar in allen Zubereitungsarten, die sich der Küchenchef hat einfallen lassen. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, aber dass Aal und ich sich noch jemals bei einem Essen begegnen werden, halte ich für ziemlich ausgeschlossen.

Zunächst aber bekamen wir eine Menge interessanter Fakten über Comacchio präsentiert. Zur Einleitung präsentierte Bürgermeister Dr. Fabbri – erstmals im Ausland – das neue Tourismusmarkenzeichen der Stadt Comacchio, welches aus einem Kreativwettbewerb hervorgegangen ist. Er betonte die Bedeutung Deutschlands und der deutschen Touristen für Comacchio. Ein alter Bademeister habe kürzlich einen Satz gesagt, der dies deutlich mache: „Die Ankunft der Deutschen kündigte den Sommer an, wie die Schwalben den Frühling ankündigen.“

Logo der Stadt Comacchio

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Mitgebracht hatte er auch einen Film über Comacchio und die vielfältigen Urlaubsaktivitäten, denen man in Comacchio nachgehen kann. Sport, Badespaß, Kunst und Kultur sowie kulinarische Genüsse, all dies will Comacchio seinen Gästen bieten. Ein angenehmes Stadtbild ohne Hochhäuser, eine schöne Altstadt, die vielen Kanäle, die die Stadt durchziehen und ihr den Beinamen „Klein Venedig“ gegeben haben, der Hochsee-Fischereihafen Porto Garibaldi, die berühmte Trepponti-Brücke und viele andere bauliche Kleinode weckten in mir gleich die Reiselust.

In Comacchio ist man stolz auf 30 km Küste, die Badespaß für jung und alt versprechen, und in deren Verlauf man zahlreiche Campingplätze und Ferienanlagen findet. Besonderes Augenmerk gilt der Barrierefreiheit für bewegungseingeschränkte Gäste. Dass dies nicht nur schöne Worte sind, bestätigte ein deutscher Touriste im Rollstuhl in seinem Redebeitrag, der regelrecht begeistert von seinen bisherigen Besuchen berichtete. Wie ein anderer deutscher Gast berichtete, ist Comacchio auch ein Paradies für Campingfreunde und in Sachen Familienfreundlichkeit kaum zu toppen.

Best Ager sind eine weitere wichtige Zielgruppe, der Comacchio ein großes Angebot bietet, seien es nun flache Fahrradwege in großer Zahl, Kunst und Kultur oder auch breitgefächerte kulinarische Erlebnisse. Die Küche der Emilia-Romagna wurde übrigens kürzlich von der Zeitschrift Forbes zur besten Küche der Welt gekürt. Man darf also mit hohen Erwartungen nach Comacchio kommen.

Ich bin zwar nicht der große Bade- oder Campingurlauber, aber Comacchio bietet ja viel mehr und so steht es nun in der Liste meiner Ziele, die ich 2014 bereisen werde. Mal schauen, ob ich ein schönes Quartier in einem kleinen Hotel oder eine Privatunterkunft „mitten im Leben“ finde.

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3 Kommentare

  1. Wenn Du dorthin fährst, gehört auf jeden Fall in Comacchio ein Gericht mit Aal zum „Wohlfühl“-Erlebnis!! (hihi)

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