Irgendwas ist immer

USA Einreisestempel 2014

Geschafft! Die Immigration am Los Angeles International Airport liegt hinter uns; wir haben den begehrten Einreisestempel bekommen und dürften nun 90 Tage in den USA herumreisen.

USA Einreisestempel 2014

USA Einreisestempel 2014

 

Trotzdem war der Ankunftstag nicht unser Tag. Der Erste, der uns Knüppel zwischen die Beine werfen wollte, war Alamo. Letztes Jahr hatte das Upgrade vor Ort wunderbar funktioniert. Vom gebuchten Midsize-SUV (Jeep Liberty o.ä.) hatte ich auf einen Jeep Grand Cheerokee mit allen möglichen Spielereien upgegradet. Obwohl ich alleine im Auto war, habe ich upgegradet, weil der Aufpreis von nur 13 $/Tag + TAX zu verlockend war.

Dieses Jahr waren wir zu dritt und es war von Anfang an klar, dass ein Midsize SUV definitiv zu klein für entspanntes Reisen sein würde. Auf meine Frage nach einem guten Upgrade-Angebot mit built-in-Navi und Sirius-Radio sowie viel Platz für drei + Gepäck musste Maria von Alamo erst Mal im Rechner rumwühlen. Schließlich kam sie mit einem Lincoln Navigator zurück, der die Kleinigkeit von 85 $ + TAX Aufpreis je Tag kosten sollte. Das wären für die drei Wochen gut 2.000 $ Aufpreis gegenüber unserem Grundpreis von nur 820 $ gewesen. Meine Antwort auf dieses unmoralische Angebot verschweige ich an dieser Stelle lieber. In der nächsten halben Stunde führte mir Maria noch ihr halbes Flottenangebot vor, jedoch endete die Verhandlung nach Nennung ihrer Preisvorstellung stets mit einem Kopfschütteln meinerseits und dem Satz „Okay, then I’ll take a midsize.“

Die erste Annäherung gab es bei ihrer Offerte für einen 2014er Ford Flex (wirklich viel Platz für drei, aber auch für vier, mit allem Schnickschnack). 25 $ Aufpreis + TAX/Tag rief Maria auf und nach meiner Standardreaktion der letzten halben Stunde schob sie ein auf 20 $ + TAX verbessertes Angebot nach; Zeit um zuzuschlagen.

Manchmal frage ich mich, wieso die USA als führende Techniknation gilt. Dieser Zeitpunkt war mal wieder gekommen, als ich versuchte, das Navi intuitiv zu bedienen und ihm eine Route zu unserem nächsten Ziel Barstow zu entlocken. Spielereien ohne Ende, aber die Bedienerführung eine echte Katastrophe. Nun ja, irgendwann klappte es schließlich doch und nachdem wir den Großraum Los Angeles zur rush hour genossen hatten, kamen wir gegen 8 p.m. in der Dämmerung in Barstow an. Zu dritt konnten wir glücklicherweise die Spur für car pools benutzen und so am zähen Verkehr auf den anderen Spuren vorbeirauschen.

Im Office unseres Hotels wollte ich frohgelaunt zügig den check-in für unsere Zimmer absolvieren. Auf die Antwort „Sorry, we’re full“ hin öffnete ich Evernote und hielt der Chefin meine Buchungsbestätigung von booking.com unter die Nase. Ungläubigem Staunen folgte hektische Betriebsamkeit, die zunächst ein Telefont der Chefin mit der hiesigen booking.com-Geschäftsstelle zur Folge hatte. Problem war wohl, dass das kleine Städtchen hotelmäßig ausverkauft war. Parallel telefonierte ihr Mann sich durch die Unterkünfte, um Ersatz zu finden.

Nachdem das Telefonat zwischen Chefin und booking.com zeitweise recht laut geworden war, ließ sie uns wissen, dass der Mensch von booking.com die Auffassung vertreten habe, dass unsere bestätigte Zimmerreservierung nicht verbindlich sei, solange noch keine Provision geflossen sei. Ah ja, das passt aber irgendwie so gar nicht zu den Stornierungsbedingungen, die in meiner Buchungsbestätigung aufgeführt sind:
Stornierungen, die bis zu 3 Tage vor Anreisedatum erfolgen, sind kostenfrei. Stornierungen, die verspätet erfolgen, sowie Nichtanreisen werden mit 100 Prozent des Preises der ersten Übernachtung berechnet.

Um meinen Blutdruck unten zu halten, habe ich diese unsinnige Aussage erst mal so registriert und eine Klärung auf den nächsten Tag verschoben. Die Mail an booking.com ist mittlerweile raus. Die Chefin des Motels hat dann doch noch eine Ersatzunterkunft für uns besorgt. Die war allerdings nicht das Gelbe vom Ei. Man glaubt gar nicht, welche Geräuschkulisse ein Rangierbahnhof vor der Tür nachts entwickeln kann.

Aller guten (oder schlechten) Dinge sind drei. Die schon in Deutschland erworbene SIM-Card für das AT&T-Netz verweigerte konsequent den Dienst, jedenfalls soweit es die Datenfunktion anbelangte. In solchen Situationen wie der geplatzten Zimmerreservierung merkt man erst mal, wie sehr man dadurch eingeschränkt ist. Mit Internet hätte ich mir in einem Buchungsportal im Handumdrehen eine passende Ersatzunterkunft besorgt.

Nach einem Anruf bei der Hotline von Prepaid-Global.de war ich ein Stück schlauer. Auf der Rückseite der Rechnung hätte ich einen Hinweis gefunden, dass noch gewisse Einstellungen im Handy erforderlich sind, bevor die Datenfunktion der Karte aktiv wird. Aber wer zum Teufel schaut sich schon die Rückseite einer Rechnung an? Ich habe mir nicht einmal die Rechnung angeschaut. Ein entsprechender Hinweis in der Mail, dass die Karte zum gewünschten Zeitpunkt aktiviert wurde, wäre wesentlich sinnvoller gewesen. Jedoch funktionierte die Karte auch nach Vornahme dieser zusätzlichen Einstellungen nicht. Erst ein weiterer Anruf beim Support brachte Abhilfe; nach der Änderung weiterer Einstellungen purzelten meine Bits und Bytes durch den Äther.

Mit dieser kleinen Pechsträhne sollte es aber nun gut sein, ab jetzt bitte nur noch positive Erlebnisse!

Der zweite Tag erfüllte diese Hoffnung. Die Fahrt ins Death Valley hielt schöne Eindrücke für uns bereit und diesmal konnten wir auch problemlos im gebuchten Hotel in Stovepipe Wells Village einchecken.

Mehr vom Death Valley und den Teil 3 von „USA for newbies“ gibt es, wenn wir wieder in einer Gegend mit Netz sind. Die paar Bytes, die hier aus dem WLAN kommen, das von der Satellitenantenne des Hotels gespeist wird, lassen die Übermittlung von Fotos kaum zu.

 

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1 Kommentar

  1. Ohh, Barstow! Dieses Kaff habe ich auch nach 27 Jahren noch gut in Erinnerung. Damals schliefen wir im Best Western. War und ist zwar nicht direkt neben dem Rangierbahnhof, aber die Bahnlinie und der direkt daneben liegende Highway machte aus dem Motel auch nicht gerade eine Oase der Ruhe 😉

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