Stena Germanica – ein Trip von Göteborg nach Kiel

Die Fähre Stena Germanica auf der Fahrt von Göteborg nach Kiel

Nun saß ich hier nach schönen Tagen in Göteborg und musste langsam daran denken, mein Moped und mich wieder nach Deutschland zu verfrachten.

300 km bis nach Malmö über schwedische Autobahnen, dann noch mal 300 km quer durch Dänemark bis zur deutschen Grenze nach Flensburg … hm, schon die langweilige Autobahnfahrt von Oslo nach Göteborg hatte mich genervt und nichts in mir verlangte nach einer noch längeren, eintönigen Autobahnfahrt.

Mit Stena Line von Göteborg nach Kiel

Und so drängte sich eine Fahrt mit der Fähre von Göteborg nach Kiel quasi auf. Auf der Webseite www.stenaline.de standen alle wichtigen Infos. Abfahrt um 18:45 Uhr, Ankunft um 09:15 Uhr, das passte super. Den Abfahrtstag noch in Göteborg nutzen, den Abend auf dem Schiff mit angenehmen Dingen verbringen und morgens ausgeruht in Kiel ankommen.

Der Fahrpreis ist vom Buchungszeitpunkt abhängig und mit ein wenig Glück kann man ein Ticket schon für 90 Euro erwischen. Die gleichen Kosten muss man ansetzen, wenn man die gut 600 km mit dem Motorrad fährt (bei 0,15 Euro/km). Hinzu kommt noch ein Bett in einer Kabine mit Preisen ab 55 €.

Die Stena Germanica an ihrem Liegeplatz im Hafen Göteborg

Die Stena Germanica an ihrem Liegeplatz im Hafen Göteborg

 

Warten auf die Einfahrt in die Stena Germanica

Warten auf die Einfahrt in die Stena Germanica

Problemloses Boarding mit dem Bike

Pünktlich zum Beginn des Boardings um 17:00 Uhr kam ich zum Stena-Terminal und traf dort schon auf einige Biker. Nach wenigen Minuten Wartezeit waren wir an der Reihe und rollten in den riesigen Bauch der 240 m langen Stena Germanica, die Platz für 300 Pkw und 1.300 Passagiere hat.

Für Biker war eine eigene Spur mit Stellplätzen reserviert. Dort fanden wir Spanngurte vor, mit denen die Maschinen für die Reise gesichert werden mussten. Auf dem Weg zur Kabine bekam ich am Ausgang aus dem Autodeck einen Zettel, damit ich den Stellplatz meiner Maschine leicht wiederfinden kann.

Stellplätze für Motorräder auf dem Autodeck der Fähre Stena Germanica

Stellplätze für Motorräder auf dem Autodeck der Fähre Stena Germanica

Die inneren Werte der Stena Germanica

Die Kabine erwies sich als recht gemütlich, Holztöne, eine große Couch, zwei Klappbetten, ein Flat-TV an der Wand und Meerblick. Die Nasszelle mit Dusche, WC und Waschbecken war blitzsauber und ausreichend groß.

Kabine in der Stena Germanica

Kabine in der Stena Germanica

 

Kabine in der Stena Germanica

Kabine in der Stena Germanica

 

Duschecke in der Kabine auf der Stena Germanica

Duschecke in der Kabine auf der Stena Germanica

 

Badezimmer in der Kabine auf der Stena Germanica

Badezimmer in der Kabine auf der Stena Germanica

 

Mein nächster Weg führte mich auf das Sonnendeck bzw. zu dem dort angesiedelten „Yacht Club“. Zuvor stoppte ich aber noch an der „Riva Bar“ für einen kühlen Drink und beim „Metropolitan à la carte-Restaurant“, um einen Tisch fürs Abendessen zu reservieren. Daneben gibt es übrigens noch das „Taste Buffet Restaurant“ mit einem all-inclusive-Angebot. Weinfreunde werden sich über die „Taste Wine Experience“ freuen, eine interaktive Weinbar mit Verkostung von 40 Weinen.

Gut versorgt auf der Stena Germanica

Gut versorgt auf der Stena Germanica

 

Aber dann ging es schnell rauf aufs Sonnendeck, um ein kühles Bierchen zu genießen und das Ablegemanöver samt Ausfahrt aus dem Göteborger Hafen nicht zu verpassen. Um das Schiff auf engstem Raum wenden zu können, hat man am Liegeplatz der Stena-Fähre einen riesigen Betonpfeiler im Grund verankert, der als Widerlager dient. Während das Heck der Fähre dort anliegt, geben die Motoren Gegenschub, wodurch sich der Bug in Ausnutzung des Hebelprinzips in Fahrtrichtung dreht.

Sonnendeck der Stena Germanica mit Decksbar "Yacht Club"

Sonnendeck der Stena Germanica mit Decksbar „Yacht Club“

 

Die Stena Germanica beim Ablegemanöver

Die Stena Germanica beim Ablegemanöver

 

Und schon ging es Richtung offene See. Zeit für mich, meinen reservierten Tisch aufzusuchen. Meine Wahl fiel auf ein Dreigang-Menü mit Fisch als Hauptgang und einem Weißwein als Begleitung. Alles sehr lecker und vom Preis her angemessen.

Im à la carte-Restaurant Metropolitan der Stena Germanica

Im à la carte-Restaurant Metropolitan der Stena Germanica

 

Gutgelaunt und wohlgesättigt machte ich anschließend einen kleinen Rundgang durchs Schiff. Vorbei am Schiffs-Shop, wo man sich mit Kosmetika, Süßem und Getränken eindecken kann, führte mich mein Weg nach einem Schlenker übers Außendeck mit herrlichem Blick auf die See zur „Riva Bar“. Nach einem Absacker hatte ich die nötige Bettschwere und verzog mich in meine Kabine.

Geschlafen habe ich tief und fest und als mein Wecker klingelte, fühlte ich mich topfit. Das Duschen war angenehm, geräumige Duschecke und gute Warmwasserversorgung.

Frühstücksfrust

Nun schnell die Sachen zusammenpacken und dann ab zum Frühstück. Das verlief leider enttäuschend, schade. Von einem Frühstücksbuffet für 15 € erwarte ich mir mehr als das, was dort geboten wurde. Das Buffet sah ziemlich gefleddert aus, sprich, es gab Lücken im Angebot und man musste entweder verzichten oder nachfragen. Auch die Vielfalt war eher enttäuschend, da habe ich in deutschen Mittelklassehotels für weniger Geld schon Besseres gehabt. Das Schlimmste für mich waren aber die Brötchen im großen Brotkorb, die jegliche Knackigkeit vermissen ließen und stattdessen mit gummiartiger Konsistenz enttäuschten. Ich kam zwar erst eine halbe Stunde vor dem Anlegen, aber auch dann erwarte ich, für das Geld ein vernünftiges Buffet vorzufinden.

Aber das war denn auch der einzige Minuspunkt an dieser Fährreise mit Stena Line und wenn ich das nächste Mal mit Auto oder Motorrad entsprechende Ziele ansteuere, dann sicher wieder mit solch einer Fähre!

Danke an Stena Line für die Einladung zu dieser Fahrt.

 

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