Graubünden – Schweizer Kanton mit vielen Facetten

Sennerei Splügen, Graubünden, Schweiz

Fünf Tage lang hatte ich Anfang Oktober Gelegenheit, gemeinsam mit zwei Kolleginnen die Berge und Täler Graubündens zu erkunden.

Vom Flughafen Zürich aus brachten uns die Schweizerischen Bundesbahnen und der Postbus an unser erstes Ziel Splügen. Splügen, auch bekannt durch den im Straßenzustandsbericht oftmals erwähnten Splügenpass, ist ein 400-Seelen-Bergdorf im sog. Rheinwald auf rund 1.500 m Höhe. Mitten durchs Dorf fließt der Hinterrhein, einer der Quellflüsse des Rheins.

Unser Hotel und das Bergdorf

Unser Quartier, das Hotel Bodenhaus, war als eines der größten Bauwerke in Splügen kaum zu übersehen (siehe Grüezi aus Graubünden). Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Besitzer Herrn Löschl-Burkhardt zog es uns schnell in eins der beiden Restaurants des Hotels, wo wir erst mal für unser leibliches Wohl sorgten.

Nun aber ein wenig die Füße vertreten und so machte ich mich auf zu einem kleinen Rundgang durch Splügen. Die malerische Umgebung und der Umstand, dass sich hinter jeder Ecke ein neuer reizvoller Ausblick auftat, ließen den Spaziergang dann doch etwas länger ausfallen.

Und am Ende des Spaziergangs hatte sich in mir der Gedanke festgesetzt, hier musst du mal ein paar Tage Urlaub machen, um auszuspannen und der Hektik des Alltags zu entkommen. Laptop bleibt zuhause, Smartphone bleibt aus und der Tag wird mit einem guten Buch, Spaziergängen in der reinen Luft und gutem Essen und Trinken ausgefüllt … eine verlockende Vorstellung.

Alles Käse – die Sennerei Splügen

Zurück im Hotel erwartete uns bereits unsere Reiseführerin Petra Fausch von Graubünden Ferien, die uns die nächsten Tage durch Graubünden begleiten würde. Und schon ging es los mit einer Besichtigung der Sennerei Splügen, wo im Betrieb der Familie Flükiger die Milch zu Bio Bündner Bergkäse und anderen Milch- und Käsespezialitäten verarbeitet wird.

Empfangen und mit Informationen versorgt wurden wir von Andreas Kaufmann, der seit vielen Jahren den Beruf des Käsers ausübt, nein, halt, heute heißt die Berufsbezeichnung Milchtechnologe (wie unsexy).

Sennerei Splügen, Graubünden, Schweiz

Käser/Milchtechnologe Andreas Kaufmann, Sennerei Splügen

Alle Betriebe aus Splügen, acht an der Zahl, liefern die Milch ihrer insgesamt 120 Kühe täglich bei der Sennerei Splügen an, wo sie kurz gekühlt und dann frisch verarbeitet wird. Bei 5.000 l bis 6.000 l Jahresmilchleistung je Kuh kommen so ca. 700.000 l Milch zusammen, die jährlich in der Sennerei Splügen verarbeitet werden.

Neun Monate verbringen die Kühe auf den Höfen im Tal und drei Monate im Sommer auf der Alp hoch oben in den Bergen auf saftigen Wiesen. Auf der Alp werden alle 120 Tiere von drei Hirten betreut. Gemolken wird oben mittlerweile auch schon mit der Melkmaschine. Die Fütterung und Haltung entspricht den strengen Regeln von Bio Swiss und so darf sich der Splügner Bergkäse mit dem Bio-Siegel schmücken.

Zum Schluss der Führung kamen wir in den Genuss, verschiedene Milch- und Käseprodukte der Sennerei verkosten zu können. Leeeeecker, sag’ ich euch! Den Käse soll es auch schon bei einigen Händlern in Deutschland geben. Wenn ich rausgefunden habe, wo, werde ich mir dort mal etwas bestellen.

Bei der Verkostung mussten wir uns leider ein wenig zurückhalten, denn immerhin wartete ja anschließend ein Abendmenü im Hotel Bodenhaus auf uns. Das erwies sich aber als so lecker, dass ich nichts auf dem Teller liegen lassen konnte (und in den Weinflaschen blieb auch nichts zurück).

Hotel Bodenhaus, Splügen, Graubünden, Schweiz

Hotel Bodenhaus, Splügen, Graubünden, Schweiz

Ein gelungener Abschluss des Tages war die Führung durch den Weinkeller. Neben der Geschichte des Hauses informierte der Hausherr auch über die Produkte, die im Keller auf Käufer warten. Darunter waren sehr interessante, höherprozentige Edelbrände und Liköre, die nach der Degustation einen „haben will“-Reiz in mir auslösten.

Vielen Dank an Graubünden Ferien und die lokalen Tourismusorganisationen für die Einladung zu dieser Reise. Meine Meinung bleibt wie immer davon unbeeinflusst.

 

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