Cascina Madonna oder so geht Paradies

Cascina Madonna

Letztes Jahr führte uns eine Geburtstagsfeier ins italienische Refrancore bei Asti im schönen Piemont. Das Geburtstagskind hatte sich einen langgehegten Traum erfüllt und zur Geburtstagsfeier ins Agriturismo Cascina Madonna eingeladen.
Cascina lässt sich mit Bauernhof übersetzen und Agriturismo kennzeichnet Bauernhöfe, die Leistungen für Touristen anbieten. Die Besitzer des Cascina Madonna bieten neben einigen Zimmern auch italienische oder genauer gesagt piedmontesische Küche an.

Lange Rede, kurzer Sinn, das Geburtstagsessen war so fantastisch gut, dass schnell der Entschluss gefasst war, im September 2014 auf unserer Genießerreise durch Europa wieder im Cascina Madonna Station zu machen. Schon im Februar fragte ich für Zimmer an, bekam aber leider eine Absage. Na gut, wohnen wir halt in Asti und nehmen uns fürs Essen im Cascina Madonna ein Taxi.

Frühzeitig reservieren!

Im Juni fragte ich wegen einer Tischreservierung an einem der vier Abende an, die wir im September in Asti sein würden. Die Antwort kam schnell; nur an einem einzigen Abend war noch ein Tisch frei. Gerade noch mal Glück gehabt.

An besagtem Abend fuhren wir mit großen Erwartungen nach Refrancore. Eins darf ich sagen, ohne zu viel vorweg zu nehmen: Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt!

Wir trafen ein wenig vor der offiziellen Öffnungszeit um 20:00 Uhr ein und wurden freundlich von der Chefin Andrea begrüßt. Andrea servierte uns im Garten als Aperitif einen leichten Piemonte Cortese, der uns angenehm die Wartezeit verkürzte.

Anschließend wechselten wir ins Restaurant, welches sich schnell mit weiteren Gästen füllte. Eine Speisekarte brauchten wir nicht, da wir wie schon letztes Jahr das Menü mit zahlreichen Gängen essen wollten. Ich weiß auch gar nicht, ob es überhaupt eine Speisekarte gibt. Aber wer braucht schon eine Speisekarte angesichts der Vielfalt der aufgetischten Leckereien.

Zehn Gänge vom Feinsten

Gestartet wurde unsere kulinarische Orgie mit Sgonfiotti con Fontina e Coppa. Sgonfiotti sind ausgebackene Teigbällchen, in diesem Fall mit Fontina Käse gefüllt. Coppa ist eine traditionelle italienische Spezialität aus Schweinenacken und -filet.

Als Weißwein hatten wir einen Roero Arneis gewählt und die rote Kategorie wurde von einem Barbera d’Asti besetzt.

Die nächsten Stunden wurden wir verwöhnt mit:

– Mousse di pomodori (Tomatenmousse) mit selbstgebackenem Olivenbrot
– Carne cruda (Tatar) mit Parmesan
– Kaninchensalat in Parmesanhülle
– Kartoffelflan mit Steinpilzen an Sahne-Parmesan-Sauce
– Risotto al Castelmagno
– Agnolotti burro e salvia mit einer Füllung aus Schwein, Kalb und Kaninchen

Wir können alle nicht mehr!

Wir lassen den nächsten Fleischgang aus und springen zu den dolci. So können wir uns doch noch mit Hingabe dem Teller mit köstlichen Dessertvariationen widmen, bestehend aus Torta Limone, Espressoparfait und Schokolade in Blätterteig.

Und dann machte uns die Gastgeberin ein Angebot, das wir nicht ablehnen konnten! Auf den Tisch kam das beste Tartufo, das ich in meinem ganzen Leben genießen durfte. Insgeheim hatte ich ja darauf gehofft, weil das Tartufo mich schon letztes Jahr begeistert hatte.

Jetzt hat die Schlemmerei aber endgültig ein Ende. Wir greifen dankbar zu den Caffè und zu guter letzt zu den auf den Tisch gestellten Flaschen mit verschiedenen Grappe und einem Erba Luisa, dem grünen Kräuterlikör. Grün soll ja beruhigen, der Magen kann’s brauchen.

Diese Rechnung kann doch nicht stimmen!

Nach einem Blick auf die Rechnung bitte ich die Mitarbeiterin erneut an den Tisch und wiederhole meine Bitte, die Rechnung für uns alle vier zu bringen, nicht nur für mich. Das IST die Rechnung für alle, sagt sie und lässt mich mit einer ungläubigen Mine zurück, die ihresgleichen sucht!

Und jetzt ratet mal, was uns das Haus für vier zehngängige Menüs einschließlich Wein, Spirituosen, Wasser und Espressi berechnet hat.

Ich sag’s euch: 116 Euro! Pro Person also lächerliche 29 Euro, ein Betrag, bei dem man sich als Gast fast schon schämen müsste.

Als kleines Dankeschön für den wunderbaren Abend lege ich 25 Euro Tip dazu, was die Chefin dazu veranlasst, sich überschwänglich bei uns zu bedanken. Sachen gibt’s.

Wer auch mal einen unvergesslichen Abend im kulinarischen Paradies verbringen möchte, sollte möglichst frühzeitig reservieren:

Agriturismo Cascina Madonna
Via Alessandria 55
Refrancore d’Asti
Tel.: +39 141 67456
E-Mail: info@agriturismocascinamadonna.it
Homepage: www.agriturismocascinamadonna.it/index-d.htm

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