Braunschweig – Weihnachtsmarkt in der Löwenstadt

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014

Ich bin ja eher ein Weihnachtsmarktmuffel oder bestenfalls ein Mitläufer, aber was auf der Webseite des Weihnachtsmarktes zu lesen war, klang so interessant, dass ich kurzerhand nach Braunschweig fuhr, um mir selbst ein Bild zu machen.

„Löwenstadt“, so der offizielle Beiname von Braunschweig, geht zurück auf die Stadtgründung im 12. Jahrhundert durch Heinrich den Löwen. Und ein Löwe ist auch auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt dabei. Der von Heinrich dem Löwen um 1166 errichtete Burglöwe, eine Bronzeplastik, ist heute ein beliebter Treffpunkt für Besucher des Weihnachtsmarktes, um dort bei einem leckeren Glühwein ein Schwätzchen zu halten oder etwas aus den umliegenden Buden zu essen.

500 Jahre alt und kein bisschen langweilig

Im Jahre 1505 gab’s den ersten Markt zur Weihnachtszeit in Braunschweig, vom damaligen Kaiser per Dekret erlaubt. Wenn sich ein Weihnachtsmarkt über 500 Jahre behaupten kann, muss das einen Grund haben.

Also marschiere ich los, um der Sache auf den Grund zu gehen. Nur ein paar Minuten Fußweg liegen zwischen meinem Hotel, dem Best Western City Hotel, und dem Weihnachtsmarkt und so kann mein Auto in der Tiefgarage stehen bleiben.

Unterwegs treffe ich gleich auf eine gut besuchte Eisbahn, mit diversen Buden für’s leibliche Wohl umrahmt, ein vielversprechender Anfang. Wenig später stehe ich vor dem Eingang zum Weihnachtsmarkt, umgeben von einer Menge beeindruckender historischer Bauten, angefangen vom Dom St. Blasii über Burg Dankwarderobe bis hin zu dem Vieweghaus und dem Gildehaus.

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, Eisbahn

Eisbahn

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, an der Eisbahn

An der Eisbahn

Die „Weihnachtsfrau“

Lasst euch zur Einstimmung etwas von Heike Prieß, Braunschweigs „Weihnachtsfrau“ erzählen. Sie war so nett, mir ein Interview zu geben:

Bei meinem Erkundungsgang stieß ich übrigens auf eine Touristinfo, wie man sie nicht alle Tage findet. In einem hellen, modern eingerichteten Raum ist nämlich gleichzeitig ein Shop der Kaffeemanufaktur Heimbs mit Café untergebracht, was den Besuchern die Möglichkeit eröffnet, die nur an wenigen Stellen in Braunschweig erhältlichen Heimbs-Spezialitäten zu genießen.

Wer an einer Führung teilnimmt und die Mühe nicht scheut, die 161 Stufen des Rathausturmes zu erklimmen, erlebt in 61 Metern Höhe einen einmalig schönen Ausblick über den hell erleuchteten Braunschweiger Weihnachtsmarkt. Von hier oben springt der in stahlblauem Licht leuchtende Burggraben geradezu ins Auge. Aber auch zu ebener Erde ist der Burggraben ein Highlight. Statt mit Wasser ist der Burgraben mit Glasschotter gefüllt und die Beleuchtung mit blauen Scheinwerfern verleiht ihm eine einzigartige Wirkung. Im Burggraben hat man sieben hölzerne „Flöße“ installiert, Plattformen mit Platz für jeweils bis zu schätzungsweise 20 Personen. Toll!

Weihnachtsmarkt Braunschweig, Blick vom Rathausturm

Weihnachtsmarkt Braunschweig, Blick vom Rathausturm

Weihnachtsmarkt Braunschweig, Burggraben mit Flößen

Burggraben mit Flößen

Aber nun zum unumstrittenen Highlight, dem Weihnachtsmarkt selbst mit seinen einzigartigen Ständen. Einzigartig schon alleine deshalb, weil die Händler und Künstler nicht in gleichartigen 0815-Ständen untergebracht sind, sondern ein Jeder seinen von ihm komplett selbst gestalteten Stand „bewohnt“.

149 Stände, die jedes Jahr neu vergeben werden, was zu durchschnittlich acht bis zehn neuen Standbewohnern jährlich führt, sorgen in Verbindung mit der sorgfältigen Auswahl durch das Stadtmarketing Braunschweig für ein enorm vielfältiges, hochwertiges Angebot, was ICH so noch auf keinem anderen Weihnachtsmarkt gefunden habe.

And the winner is …

Das ist denn auch ein guter Grund, jedes Jahr aufs Neue den schönsten Stand des Weihnachtsmarktes zu küren. 2014 war es übrigens der Stand der kleinen Crêperie auf dem Burgplatz. Eine nachvollziehbare Entscheidung, wenngleich die Konkurrenz nicht weit weg war.

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, Stand der kleinen Crêperie

Stand der kleinen Crêperie

Ein weiterer beeindruckender Stand war der von Mandel Meier. Eine Warteschlange so lang, als käme morgen ein neues iPhone in den Verkauf, und wie ich hörte, wurde der Stand extra deswegen in diesem Jahr an den Rand des Weihnachtsmarktes verlegt. Mittendrin prangt ein Schild „Weltrekord im Handmandelbrennen“ und daneben geht der Inhaber dieser anstrengenden Tätigkeit jeden Tag mehrere Stunden nach. Mit dem würde ich mich keinesfalls auf ein Armdrücken einlassen!

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, Mandel Meier

Mandel Meier

Ganz besonders habe ich mich über einige spezielle Stände wie den ungarischen Kürtöskalacs-Bäcker, die finnische Honig-Verkäuferin und die sehr speziellen Senfe aus eigener Herstellung gefreut. Aber auch das historische Riesenrad aus den 20ern oder Karussels mit Originalautos und Teilen aus den 50er Jahren waren äußerst beeindruckend und weckten gleich Reminiszenzen an die eigene Kindheit. Hach …

Ach so, wer noch auf Guiness Book-Sachen scharf ist: Bruno, der mit 9,2 t schwerste Nussknacker der Welt ist auch am Weihnachtsmarkt zu besichtigen.

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, Nussknacker Bruno

Nussknacker Bruno

Und um es nicht zu vergessen, schaut euch auch die sehr beeindruckenden Krippenfiguren an, die von dem Künstler Magnus Kleine-Tebbe direkt auf dem Weihnachtsmarkt geschaffen wurden.

Weihnachtsmarkt Braunschweig, 09.12.2014, Krippe

Krippe

Mein Fazit: Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt hat mich schon bei der zweistündigen Führung so begeistert, dass ich mir am nächsten Morgen noch mal zwei Stunden Zeit für einen ausgiebigen Einkaufsbummel genommen habe.

Nach Weihnachten ist immer noch Weihnachten

Der ultimative Tipp für alle Weihnachtsmarktjunkies: Vom 26. bis zum 29. Dezember noch mal Weihnachtsmarktfeeling genießen in Braunschweig! Frei von Geschenkestress und weihnachtlicher Aufgeregtheit einen schönen Tag in Braunschweig und speziell auf dem Weihnachtsmarkt verbringen.

INFOBOX:
Sehr informative Webseite des Weihnachtsmarktes
Eintritt: Frei
Öffnungszeiten: 26. November bis 29. Dezember 2014 (24. und 25. Dezember geschlossen)
Öffnungszeiten:
 Mo.-Sa. 10 – 21 Uhr
, So. u. Feiertag 11 – 21 Uhr
Marktschluss am 29. Dezember um 20 Uhr
Parkplätze: Siehe Plan

Offenlegung
Meine Reise wurde vom Stadtmarketing Braunschweig durch Bereitstellung des Hotelzimmers, eines Abendessens und die Führung über den Weihnachtsmarkt unterstützt. Herzlichen Dank dafür. Meine hier niedergeschriebene Meinung wurde dadurch aber nicht beeinflusst.

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3 Kommentare

  1. Hallo Wolfgang,
    das ist ein schöner Bericht. Er verlockt zu weiteren Recherchen.
    So habe ich auf der Braunschweiger Webseite einen „Standplan“ gefunden, bei dem durch Anklicken jeder einzelne Stand angezeigt wird. Faszinierend!! So etwas habe ich noch nicht gesehen!
    Auch die lange Tradition ist beeindruckend.
    Da fahre ich bestimmt mal hin.
    Weiter so! Heidi

    • Hallo Heidi,

      ach, du bist auch auf den tollen Standplan gestoßen. Da haben sich die Macher echt was Feines ausgedacht. Tja, der Braunschweiger Weihnachtsmarkt ist wirklich ’ne runde Sache. Ich fahr da auch wieder hin!

      Beste Grüße, Wolfgang

  2. Pingback: Braunschweiger Weihnachtsmarkt | Esel unterwegs

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