Auf der Suche nach dem Genuss

Auf dem E-Bike

Zwei Tage und über 100 km auf dem Fahrradsattel unterwegs war ich. In Gegenden von Nordrhein-Westfalen, bei deren Nennung den meisten Leuten nicht gleich ein „Oh, wie schön“ entfährt. Gefunden habe ich einige Orte und Menschen, die mich haben genießen lassen.

Eine Genießerreise durch Nordrhein-Westfalen

An einem Sonntagmorgen kam ich schon in aller Frühe in Münster am Bahnhof an. Hier sollte ich an der Radstation ein E-Bike übernehmen, welches mich und 20 Kilo Gepäck die nächsten beiden Tage durch Westfalen bzw. den Teutoburger Wald bringen sollte.

Die Übernahme des Rades verlief leider nicht so, als dass ich an dieser Station jemals wieder ein Rad mieten würde. Zum einen waren Absprachen zur Rechnungsstellung und zur Größe des Rades ignoriert worden. Zum anderen war das Rad schlammverspritzt und in einem schlechten Wartungszustand. Es macht wirklich keinen Spaß, wenn am Berg bei hoher Belastung regelmäßig der kleine Gang rausspringt.

Eine Stunde später als geplant saß ich schließlich wieder im Zug, diesmal mit Fahrrad. Nach Warendorf ging die Reise, bekannt als die Stadt des Pferdes. Was ich von Warendorf sah, hinterließ einen guten Eindruck bei mir. Leider hatte ich keine Zeit, mir die Stadt näher anzuschauen, da mein erster Programmpunkt wartete.

Ansichten aus Warendorf

Ansichten aus Warendorf

Ansichten aus Warendorf

Ansichten aus Warendorf

Spargel, das königliche Gemüse

Das sollte das Thema der nächsten Stunden sein. Wie nähert man sich einem solchen Thema am besten? Na, indem man ihn probiert, den Spargel. Also in die Pedale getreten und auf zum Spargelhof & Bauerncafe Buddenkotte nach Füchtorf.

Bei Füchtorf klingelt nichts bei euch? Macht nichts, bei mir auch nicht. Aber das Fahrrad-Navi hat’s gefunden. Und der Fahrer des Reisebusses, der auf dem Hof parkte, offenbar auch. Die Ladung Bustouristen am Buffet hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber gut. Irgendwann waren auch die gesättigt und ich konnte den Füchtorfer Spargel verkosten.

Spargel-Genießerteller auf dem Spargelhof & Bauerncafe Buddenkotte

Spargel-Genießerteller

Quasi direkt vom Feld über den Kochtopf auf den Teller, frischer geht’s nicht mehr. Dazu eine Sauce Hollandaise, verschiedene Sorten Schinken und ein paar Kartöffelchen, fertig ist der Spargel-Genießerteller.

Verarbeitungsanlage für Spargel auf dem Spargelhof & Bauerncafe Buddenkotte in Füchtorf

Verarbeitungsanlage für Spargel

Im Hofladen des Spargelhofs Buddenkotte in Füchtorf

Im Hofladen des Spargelhofs Buddenkotte

Wer sich noch Spargel für zuhause mitnehmen möchte, findet im Hofladen reichlich Auswahl.

Nach einem kurzen Rundgang über den Hof schwinge ich mich wieder aufs Rad und gebe Versmold-Bockhorst als nächstes Ziel ins Navi ein. Eine Stippvisite auf dem jährlich stattfindenden Bockhorster Spargelmarkt ist geplant.

Der Spargelmarkt in Versmold-Bockhorst

Die Feuerwehr macht eine Übung mit einem nachgestellten Verkehrsunfall, die Getränkestände sind gut besucht, die Grill- und Würstchenbuden nicht minder, aber warum heißt das Dorffest „Spargelmarkt“? Nun gut, nach einem Rundgang über den „Spargelmarkt“ habe ich tatsächlich auch einen Verkaufsstand für Spargel gefunden. Aber ’ne schöne Abwechslung war’s.

Bockhorster Spargelmarkt

Ein lauschiges Café

Nach 63 km mit dem Fahrrad tauchte das Café im Kräutergarten in Borgholzhausen vor mir auf. Die Stätte, wo es passieren sollte. Ja, hier sollte ich erstmalig in meinem Leben in den Genuss eines echten Westfälischen Kastenpickerts kommen.

Was ist denn bloß ein Pickert, wird sich manch einer fragen. Nun, das ist „das, was man früher nach der Landarbeit und vor dem abendlichen Weg in den Stall zu sich nahm“ (O-Ton Kerstin Fahrenkrug, Betreiberin des Cafés).

Ich kann euch sagen, dafür muss man aber schon ganz schön geschuftet haben, um sich das verdient zu haben (oder viele Radkilometer hinter sich haben). Kartoffeln mit Hefe, Eiern und Mehl, gebacken, dann in Scheiben geschnitten und noch mal in Fett gebraten. Dazu gibt es Butter und Rübenkraut. Lecker war’s.

Westfälischer Kastenpickert im Café im Kräutergarten in Borgholzhausen

Westfälischer Kastenpickert

Westfälischer Kastenpickert im Café im Kräutergarten in BorgholzhausenGanz toll das Ambiente des Café im Kräutergarten. Mitten im Grünen, umgeben von bunten Blumen und liebevollen Details macht der Genuss von selbstgemachten Torten oder eines Kastenpickerts noch mehr gute Laune.

Landgasthof Potthoff

Gefühlte zwei Kilo schwerer nahm ich die restlichen acht Kilometer bis zu meinem Quartier für die Nacht, dem Landgasthof Potthoff in Borgholzhausen, unter die Räder.

Zu späterer Stunde musste ich natürlich noch die Küche des Landgasthofes probieren. Ich habe mir dort typisch westfälische Gerichte bestellt. Eine Barnhorster Landsuppe (so etwas wie eine Hochzeitssuppe) vorweg und dann ein “Feiner Westfälischer Wurstebrei mit Graupen gekocht, dazu eingelegte Rote Bete und Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck”. Als Dessert gab es eine “Feine Welfenspeise nach Omas Rezept”. Alles sehr lecker.

Landgasthof Potthoff in Borgholzhausen

Landgasthof Potthoff in Borgholzhausen

Mit den heute verkonsumierten Kalorien hätte ich aber auch locker 150 km Rad fahren können. Gute Nacht.

Offenlegung

Meine Reise wurde von Tourismus NRW e.V.unterstützt. Herzlichen Dank dafür. Meine hier niedergeschriebene Meinung wurde dadurch aber nicht beeinflusst.

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3 Kommentare

  1. Spargel schmeckt himmlisch gut und noch besser gleich vom Hof. Eine Radtour wäre nicht meines, aber danke für die schöne Strecke, sicherlich auch mit Cabriotour und ab und an Spazierwegen wunderbar.
    LG Tanja

    • Genau, frisch muss er sein, der Spargel! Unvorstellbar, dass es Leute gibt, die dieses wunderbare Gemüse aus der Konserve essen 🙁 .

      Ja ja, dein Dudu würde sich auch gut in der Landschaft machen.

      Beste Grüße, Wolfgang

  2. Pingback: Ausflug ins Lebkuchendorf im Teutoburger Wald: Von Moppen, Ammoniten und viel Tradition -

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