Das Sauerland, ein Paradies für Radfahrer?

Ob das Sauerland wirklich ein Paradies für Radfahrer ist, das wollte ich bei einer kleinen Radtour im Mai herausfinden.

Startpunkt meiner Tour war Meschede in Nordrhein-Westfalen, die Kreisstadt des Hochsauerlandkreises.

 

Von Korff`s rest & relax Hotel

Gleich gegenüber dem Bahnhof liegt das Von Korff`s rest & relax Hotel, mein Quartier für den heutigen Tag.

Hotel von Korff, Meschede

Hotel von Korff, Meschede

Vor dem Check In noch schnell einen Espresso an der Theke des Restaurants und dann in mein Zimmer. Ja, so mag ich’s, modern und individuell ausgestattet, geräumig, zum Wohlfühlen.

Meschede, die Stadt

Doch angesichts des herrlichen Wetters zieht es mich schnell nach draußen zu einem kleinen Spaziergang durch Meschede. Nur wenige Schritte und ich bin mitten im Zentrum. Dort genieße ich erst einmal den Blick auf die Ruhr und viel Grün.

Meschede hat in den letzten Jahren wahnsinnig viel für die Attraktivität der Stadt im Freizeitbereich getan. So gibt es die Ruhrpromenade, die Fußgänger und Radfahrer im Innenstadtbereich entlang der renaturierten Ruhr führt und schöne Plätzchen zum Chillen bereit hält.

Große Grünflächen mit vielen Freizeitmöglichkeiten findet man im anschließenden Henne-Boulevard mit dem Hennepark, der die Innenstadt mit dem Hennesee verbindet. Dort bietet sich die Himmelstreppe für einen kleinen Test der persönlichen Fitness an. 328 Stufen führen direkt den Staudamm hinauf.

Ich bleibe aber zunächst mal an der Ruhrpromenade, weil mich dort etwas fesselt, was unmittelbar mit meinem Thema „Fahrradfahren im Sauerland“ zu tun hat. Als ich die Aufschrift „Schlauchautomat“ auf einem dort aufgestellten Verkaufsautomaten las, dachte ich zuerst an einen Joke. Doch bei näherer Untersuchung stellte ich fest, dass dort wirklich Fahrradschläuche der gebräuchlichen Größen gekauft werden können.

Damit nicht genug, außer dem Automaten gab es noch weitere Gimmicks, die jedem Fahrradfahrer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Neben einer Luftpumpe findet man dort auch ein umfangreiches Repertoir an Werkzeug, so dass man sich im Falle einer Panne oder falls mal eine Schraube nachgezogen werden muss, schnell selbst helfen kann. Tolle Idee, die ich so noch nirgendwo gesehen habe.

Fahrradfachgeschäft Hegener

Verantwortlich dafür zeichnet das Fahrradfachgeschäft Hegener am Mühlenweg 1. Da ich dort auch mein Mietfahrrad abholen sollte, spazierte ich durch die übrigens sehr schöne Fußgängerzone rüber zum Geschäft.

Wow, welch eine Menge an Fahrrädern aller Art. Vor dem Laden und innendrin erwarteten mich Kinderräder, Rennmaschinen, MTBs, Reiseräder und auch Pedelecs (umgangssprachlich auch E-Bikes genannt). Und mittendrin eine feine Fahrradwerkstatt mit dem Chef Herrn Hegener.

Auf die DIY-Servicestation an der Ruhrpromenade angesprochen erwies sich Herr Hegener als interessanter Gesprächspartner, mit dem ich mich flugs ein halbes Stündchen über Fahrräder, sein Leben und Gott und die Welt verplauderte.

Der Chef Herr Hegener

Der Chef Herr Hegener

Ich mag ja diese Art von vertrauenswürdigen Kaufleuten, bei denen noch das Wort und ein Handschlag zählen. Zwei Wochen später hat das übrigens zum Kauf eines gebrauchten Pedelecs für eine Bekannte geführt.

Mit meinem Mietrad, einem feinen Pedelec von Kettler, radelte ich nun zurück zum Hotel Von Korff. Sehr angenehm, dass das Hotel für seine Gäste einen abschließbaren Fahrradraum bereit hält.

Das Restaurant im Hotel Von Korff

Zeit fürs Abendessen. Die Speisekarte weckte hohe Erwartungen, kein überbordendes Angebot, dafür feine Kompositionen außerhalb von 0815-Angeboten. Auf ebensolch hohem Niveau die umfangreiche Weinkarte, kein Wunder angesichts des dem Hause angeschlossenen Weinhandels. Das Dinner übertraf meine hohen Erwartungen in eindrucksvoller Weise! Dieses Restaurant fand sofort einen Platz auf meiner „unbedingt wieder besuchen“-Liste.

Anschließend kam ich noch in den Genuss einer Weinkellerführung durch den Seniorchef Herrn von Korff. Beeindruckend, einfach beeindruckend, welche önologischen Pretiosen von Rang und Namen dort zu bewundern waren. John Lennon und Yoko Ono waren auch schon da.

So geht Radtour

Am nächsten Morgen begrüßt mich das Sauerland mit herrlichem Radfahrwetter und ich schwinge mich schnell auf den Sattel. Rund 40 km und 550 Höhenmeter warten auf mich. Der Zustand und die Verkehrsführung der Radwege sowie die deutliche Beschilderung lassen Freude bei mir aufkommen. Leider gehört das Radewegenetz im Sauerland damit zu den rühmlichen Ausnahmen in Deutschland.

Mein Weg führt mich zunächst immer am Ufer des Hennesees entlang, dann über die Höhen der sauerländischen Landschaft. Unbelästigt von Autoverkehr, weitestgehend alleine mit mir und der Landschaft, aber rechts und links des Weges Ausblicke, die mich oft unwillkürlich anhalten lassen, um sie in Ruhe genießen zu können.

DampfLandLeute-Museum

In Eslohe mache ich Pause, um mir das DampfLandLeute-Museum anzuschauen. Dort werden seit 1981 alte Dampfloks, Dampfmaschinen, Autos und Maschinen gesammelt, repariert und präsentiert. Zahlreiche Dampfmaschinen stehen unter Dampf, Motoren rattern, alte Trecker tuckern vor sich hin. Mit der Musemsbahn kann man Runden durch das beschauliche Salweytal ziehen. Ein lohnenswerter Museumsbesuch!

Landhotel Donner

Mein nächster Stop hängt damit zusammen, dass sich langsam der Hunger meldet. Das Landhotel Donner  im Ferienort Remblinghausen kommt da gerade recht. Schon von außen ein beeindruckendes Haus, harmonisch ins Ortsbild eingepasst. Innen setzt sich der positive Eindruck nahtlos fort. Doch mich zieht es gleich wieder ins Freie, in den wunderschönen Biergarten.

Dort lasse ich mir zuerst mal ein kühles Helles schmecken und folge dann der Empfehlung des Küchenchefs. Gut gemacht, das Rinderfiletsteak war schlicht ein Traum.

Der Chef des Hauses führte mich anschließend noch durch das Haus. Mein Fazit: Eine Top-Adresse für gepflegtes Wohnen und Essen!

Gut gestärkt ließ ich nun die restliche Strecke zurück nach Meschede ruhig angehen und genoss die Schönheit der Landschaft in vollen Zügen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass sich mein Leben durchaus etwas entschleunigt hatte. Gerade richtig zur Vorbereitung auf meinen nächsten Programmpunkt.

Das Haus der Stille

Am Berg über der Stadt Meschede liegt die Benedektiner-Abtei Königsmünster. Im Jahr 2000 begannen dort die Bauarbeiten zum Exerzitienhaus der Abtei, dem Haus der Stille, das am 1. August 2001 eingeweiht wurde.

„Das Haus der Stille ist offen für Menschen, die in einer besonderen Zeit der Besinnung sich selbst auf die Spur kommen, Gottes Gegenwart tiefer erfahren und die Verantwortung für den Nächsten und ihre Umwelt erkennen wollen.“ heißt es auf der Webseite der Abtei.

Und so bezog ich nach meiner Rückkehr von der Fahrradtour ein karges Einzelzimmer im Haus der Stille, um Stille einkehren zu lassen und in mich zu gehen.

Das ist mir leider nur ansatzweise gelungen, ich war wohl einfach noch zu sehr auf Adrenalin. Ich denke, einen solchen Aufenthalt kann man nicht im Vorbeigehen vollziehen. Das bedarf wohl schon einer auch emotionalen Vorbereitung.

Nach dem Frühstück begab ich mich wieder in weltliche Gefilde, runter in die Innenstadt von Meschede, um von dort aus meinen letzten Programmpunkt in Angriff zu nehmen.

Xaver’s Ranch

Gut 5 km von Meschedes Innenstadt entfernt findet man mitten im Grünen im Ortsteil Vellinghausen Xaver’s Ranch, auch als Ferienhof Kersting bekannt. Dort angekommen suchen wir uns zunächst inmitten von Wanderern, Radtouristen und Hausgästen ein Plätzchen im Biergarten und genießen die Sonne, die gute Luft und das ländliche Ambiente.

Der Biergarten von Xavers Ranch

Der Biergarten von Xavers Ranch

Die Speisekarte bietet gutbürgerliche Küche zu kleinen Preisen und die Portionen sind reichlich, wie sich später zeigt. Lecker war es übrigens auch.

Unserem Essen schließt sich ein Rundgang durchs Gelände mit dem Chef Herrn Kersting an. Am Schluss war ich echt baff. Unglaublich, welch ein vielfältiges Urlaubsangebot die Familie Kersting dort im Lauf der Jahre geschaffen hat. Vom Bauernhof zum Urlaubs-Tausendsassa. Kontakt zu Tieren, Schwimmteiche, Grillplätze, Spielplätze, Ferienhäuser und -wohnungen unterschiedlichster Größe, Rundfahrten mit dem Unimog und Partywagen, Restaurant, Kneipe, Gülle-Disko und und und.

Und das alles inmitten der Natur und ohne Durchgangsverkehr. Für Familien mit Kindern aber auch für alle anderen Urlauber ist das ein Traum. Von dort aus lassen sich tolle Radtouren oder Wanderungen unternehmen und wer mal Stadt will, ist im Nu in Meschedes Innenstadt. Xaver’s Ranch hat mächtig Eindruck bei mir hinterlassen.

Fazit

Das war eine tolle Tour durch das Sauerland. Und die Eingangsfrage hat sich für mich eindeutig beantwortet: Ja, das Sauerland ist ein Paradies für Radfahrer. Bei Sauerland-Tourismus e.V. gibt es zu diesem Thema auch sehr gutes Informationsmaterial.

Nur die Bahn hat es wieder mal verbockt. Die hat mich dank der Auswirkungen des x.ten Streiks der GDL mit Verspätungen bedacht und mich letztlich 200 km vor zuhause aus einem überfüllten Zug geworfen. Na ja, Deutsche Bahn halt.

Info-Box

Hotel von Korff, Le-Puy Straße 19, 59872 Meschede
Telefon: 0291 99140

Fahrradfachgeschäft Hegener, Mühlenweg 1, 59872 Meschede
Telefon: 0291 1455

DampfLandLeute – MUSEUM ESLOHE,
Museumsverein Eslohe e.V., Homertstraße 27, 59889 Eslohe
Telefon: 02973 2455

Landhotel Donner, Zur Alten Schmiede 4, 59872 Meschede
Telefon: 0291 95270 -0

Abtei Königsmünster, Klosterberg 11, 59872 Meschede
Telefon: 0291 2995-0

Xavers Ranch, Vellinghausen 2, 59872 Meschede
Telefon: 0291 50253

Sauerland-Tourismus e.V., Johannes-Hummel-Weg 1, 57392 Schmallenberg
Telefon: 02974 96980 

Offenlegung

Zu der Reise wurde ich von Sauerland-Tourismus e.V. eingeladen. Herzlichen Dank dafür. Meine hier niedergeschriebene Meinung wurde dadurch aber nicht beeinflusst.

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