Rad fahren im Allgäu – die Radrunde Allgäu

Radrunde Allgäu

Hast du gute Vorsätze für 2017 gefasst? Vielleicht wie viele deiner Mitmenschen auch den Vorsatz, mehr Sport zu treiben?

Wie wäre es dann mit  Rad fahren? Dann hätte ich auch gleich einen Tipp für dich: Die Radrunde Allgäu!

Die Radrunde Allgäu

Aber was ist die Radrunde Allgäu? Nun, das ist eine Radtour auf einem 4-Sterne klassifizierten Radfernweg, die du komplett nach deinen eigenen Vorstellungen gestalten kannst.

Auf bis zu 450 Kilometern kannst du das Allgäu mit dem Rad erkunden. In sechs Landkreisen in Bayern, Baden-Württemberg und Tirol steht dir ein Radwegenetz mit einheitlicher Beschilderung, unterschiedlichen Höhenprofilen für jedes Alter und eine eigene Ebike-Region zur Verfügung. Dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) war das eine Auszeichnung als 4-Sterne-Qualitätsroute wert. Befahrbar ist die Radrunde Allgäu in 9 Varianten, von leicht bis anspruchsvoll.

Schau dir die interaktive Karte und die Beschreibung an, du wirst sicher die passende Route für dich finden.

Für jeden das richtige Rad

Ob du nun mit der Carbon-Rennmaschine, mit dem Mountainbike, dem Tourenrad oder mit dem Pedelec unterwegs sein willst, die passende Route ist schnell gefunden.

Ich erzähle dir heute, wie meine Radrunde Allgäu gelaufen ist und was ich unterwegs erlebt habe.

Unsere Gruppe von acht Personen war mit Pedelecs ausgestattet, Fahrrädern, die über einen Elektromotor verfügen, der bis zu einer Geschwindigkeit von max. 25 km/h Unterstützung beim Treten bietet. Unsere Räder haben wir in Oberstdorf beim E-Bike/Pedelec-/Fahrrad- Verleihcenter Allgäu ausgeliehen, welches gleich neben dem Bahnhof liegt.

Pedelec vom E-Bike Verleihcenter Allgäu

Pedelec vom E-Bike Verleihcenter Allgäu

Gepäcktransport

Sehr angenehm fand ich, dass wir nur unser Tagesgepäck auf dem Rad mitnehmen mussten, unser übriges Reisegepäck aber mit einem Kleinbus von Tagesziel zu Tagesziel transportiert wurde. Dabei war auch ein moderner Fahrradanhänger, in dem alle Räder unserer Gruppe Platz hatten. Gleich zu Beginn unserer Tour waren wir dafür dankbar, denn leider präsentierte sich das Augustwetter anders als erhofft; zum Start unserer Tour regnete es nämlich sehr ergiebig. Und so legten wir eine Teilstrecke auf vier statt auf zwei Rädern zurück.


Unser erstes Tagesziel lag in Kranzegg, der Berghof Riesen der Familie Schindler, wo wir sowohl Unterkunft fanden als auch abends mit einheimischen Spezialitäten verwöhnt wurden.

 

Das Bier aus dem Allgäu

Besonders positiv erwähnt werden müssen die Bierspezialitäten, welche seit 500 Jahren in Allgäuer Privatbrauereien nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Für Bierfreunde gibt es hier viel zu entdecken. So z.B. die Biere der Engel-Brauerei in Rettenberg, die ihr Sudhaus in einer umgebauten Seilbahnstation hat und sich somit nebenbei mit dem Titel der höchstgelegenen Privatbrauerei Bayerns schmücken darf.

Jetzt aber aufs Rad und rein in die Alpspitzbahn

Am nächsten Morgen warteten schon unsere Pedelecs mit vollem Akku sowie ein interessantes Programm auf uns. Grandiose Ausblicke boten sich uns und der leicht hügelige Streckenverlauf fühlte sich dank Elektromotor wie glattgebügelt an.

Vor dem Start zur Radrunde Allgäu

Vor dem Start zur Radrunde Allgäu

Die Alpspitzbahn Nesselwang brachte uns von der Talstation in Nesselwang über die Mittelstation zu der auf 1.500 m Höhe gelegenen Bergstation unterhalb dem Alpspitz und dem Edelsberg. Hier erwarten den Besucher atemberaubende Panoramen, eine Unterkunft aus dem Luxussegment, die außergewöhnliche BergLodge, und allerlei kulinarische Genüsse im Enzianstüble und im Sportheim Böck.

 

Die Postbrauerei in Nesselwang

Wieder unten angekommen führte uns der Radweg zur Postbrauerei in Nesselwang. Die beiden Brauschwestern Kathrin und Stephanie Meyer kredenzen hier in ihrer Brau-Manufactur Allgäu ihre Edelbiere.

Sehr interessant fand ich die Aufgabe, vier verschiedene Biere einer sensorischen Beurteilung nach Sommelier Art zu unterziehen. Unsere Gruppe hatte auf jeden Fall mächtig Spaß.

 

Ein Paradies für Käseliebhaber

Unser nächster Stopp auf der Radrunde war die Arla Sennerei Wertach, wo uns nicht nur der Weißlacker, der erste patentierte Käse Bayerns bzw. der Welt, erwartete, sondern eine Vielzahl anderer Käse mit viel Charakter.

Der Kult-Kommissar Kluftinger nannte den Weißlacker einen „Käse für Mutige“. Ich habe mich gleich so in diesen Käse verliebt, dass ich ein großes Stück mit nach Hause genommen habe.

 

Nach Österreich ins Tannheimer Tal

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserem Tagesziel, dem nicht einmal 20 km entfernten Hotel Goldenes Kreuz. Hätten wir nicht die Grenzschilder passiert, hätten wir gar nicht bemerkt, dass wir uns nun in Österreich, genauer in Tirol befinden. 51 km standen am Ende des Tages auf dem Tacho.

 

Der Ausblick vom Balkon in die herrliche Bergwelt belohnte für die Mühen des Tages. Und die leckere österreichische Küche sorgte dafür, dass unsere Energiebilanz nicht in den kalorienmäßigen Keller rauschte.

Natur pur

Der nächste Vormittag gehörte dem wunderschönen Tannheimer Tal. Das Radeln durchs Naturschutzgebiet zum Vilsalpsee und weiter zum Haldensee war einer der Höhepunkte unserer Tour.

 

Über den Pass und dann immer leicht bergab über Pfronten bis zum Schlosshotel in Hopferau, wo uns ein leckerer Mittagsimbiss mit Bierbegleitung (falls gewollt) erwartet.

 

Füssen wartet

Hopfensee bei Füssen

Hopfensee bei Füssen

Noch ein kurzer Fotostop am Hopfensee und dann haben wir unser Tagesziel Füssen erreicht. Knapp 80 km Tagespensum haben wir hinter uns gebracht. In Füssen checken wir erst einmal in unserem Hotel ein, dem schönen Altstadthotel Zum Hechten mitten in der Fußgängerzone.

Altstadthotel "Zum Hechten" in Füssen

Altstadthotel „Zum Hechten“

Nach einer Dusche und einem kühlen Bier widmen wir uns dem restlichen Tagesprogramm. Kultur ist angesagt. Nach einem kleinen Stadtrundgang mit dem Hohen Schloss zu Füssen kommen wir in den Genuss der Führung „Die Seele zum Klingen bringen: Auf den Spuren der Füssener Lauten- und Geigenbauer“ im Museum der Stadt Füssen.

 

Anschließend bereiten wir uns auf das abendliche Highlight vor, dem Besuch der Premiere des Musicals Ludwig² am Originalschauplatz. Allerlei Abendroben wandeln durch den Park vor dem Festspielhaus Füssen und werfen einen Blick auf das auf der anderen Seite des Forggensees liegende Schloss Neuschwanstein. Auch der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel gibt sich die Ehre.

 

Nach einer gelungenen Premiere endet unser Tag im Altstadt Hotel Zum Hechten.

Schloss Neuschwanstein

Als abschließendes Highligt vor der Heimreise steht die Besichtigung von Schloss Neuschwanstein auf dem Programm. Statt uns mit dem Bus oder mit einem Pferdefuhrwerk von der Gemeinde Schwangau, wo Schloss Hohenschwangau steht, hochfahren zu lassen, entscheiden wir uns für den mühsameren Fußweg. Wir haben ja jetzt schließlich etliche Trainingskilometer auf dem Rad in den Beinen.

 

Dass das „Märchenschloss“ jährlich Ziel von rund 1,5 Mio. Touristen ist, wird einem spätestens klar, wenn man die strenge Lenkung der Besuchermassen sieht. Die Besuchergruppen werden in limitierter Zahl und nach einem genauen Zeitplan durch das Schloss geschleust. Aber anders geht es wohl nicht.

Aber eins kann man nicht abstreiten: Das Bauwerk und die Einrichtung sind mächtig beeindruckend!

 

Wir hatten auch das Glück, die gerade wieder eröffnete Marienbrücke begehen zu können. Ebenfalls lohnenswert!

Marienbrücke beim Schloss Neuschwanstein

Marienbrücke beim Schloss Neuschwanstein

 

Mein Fazit

Trotz des zum Teil etwas unzuverlässigen Wetters wusste die „Radrunde Allgäu“ mit tollen Landschaften und Städten, Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Genüssen der bayerischen Art zu überzeugen. Das alles eingebettet in Rad fahren auf einem 4-Sterne-Radweg; keine Frage, ich wäre sofort wieder dabei.

Noch mehr Lust auf Rad fahren? Dann schau dich doch bei weiteren meiner Radtouren um:

Das Sauerland, ein Paradies für Radfahrer?

Flair Hotels & Sauerland: Eine Radltour

Trilogie mit Flair – eine Radltour durchs schöne Franken

Infobox

Radrunde Allgäu (interaktive Karte und Routenberater)

E-Bike/Pedelec-/Fahrrad- Verleihcenter Allgäu (Fahrradverleih in Oberstdorf am Bahnhof)

Offenlegung

Zu dieser Recherche-Reise wurde ich von der Allgäu GmbH – Gesellschaft für Standort und Tourismus eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine hier niedergeschriebene Meinung ist meine unbeeinflusste, ureigene.

 

 

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11 Kommentare

  1. Bier, Käse und ganz viel Natur – das wäre das reinste Paradies für mich! 🙂
    Die Tour hört sich super an und sehr vielfältig. Ich war zwar vor einigen Jahren im Schloss Neuschwanstein, aber hatte leider keine Zeit die Umgebung zu erkunden… Ich habe scheinbar einen Grund zurück zu kommen 😉
    Viele Grüße, Kuno

  2. Hihi wusste nicht, dass Radwege mit Sternen bewertet werden. Muss mal schauen, ob es das hier in Brandenburg auch gibt. Ansonsten habe ich jetzt auch Lust, mal 80km zu radeln, -aber mit ebike . Geertje

  3. Lieber Wolfgang,
    es war deinen tollen Fotos nach eine schöne Tour, trotz anfänglich schlechtem Wetter! Wenn du jetzt im Allgäu wärst, könntest du dich auf Langlauf- oder Skating-Ski austrainieren, oder auf der Piste. E-Ski gibt´s noch nicht, dafür jede Menge beheizter Sessellifte! Bis dann mal wieder, Simone

  4. Hallo Wolfgang, das sind ja herrliche Eindrücke von deiner Aktiv-Reise! Sport, Kulinarik, Natur und Sightseeing – Herz was willst du mehr. Und das alles fast vor der Haustüre. Ich sage und schreibe es ja immer wieder: Europa hat so viel zu bieten dass man gar keine Fernreisen machen müsste 😉 LG, Anita

    • Du sagst es, Anita! In Europa gibt es so viel zu erleben. Da fragt man sich, inwieweit dieses Länder sammeln Sinn macht.

  5. Ich bin ganz bei euch, Anita und Wolfgang. Europa, oder auch „nur“ Deutschland haben so viel zu bieten, dass das alleine schon für eine Leben reicht. Und diese Tour ist ja der Hammer. Mit dem Pedelec ist es dann wahrscheinlich auch nicht ganz soooo anstrengend. 😉 Auf jeden Fall sehenswert, wie ich hier bei dir sehen konnte. Sehr informativ und nebenbei macht dein Bericht auch noch Laune, die Tour selbst mal zu erkunden. 🙂

    LG Daniela

  6. Hallo Wolfgang,
    das Allgäu ist bei uns bisher immer irgendwie hinten runter gefallen. Für einen Kurztrip über ein verlängertes Wochenende zu weit und für unsere große Tour irgendwie nicht das richtige Ziel. Aber was nicht ist kann ja noch werden.
    LG Anja

  7. HI Wolfgang, ganz ehrlich, ich wäre nie auf die Idee gekommen eine Radreise zu machen. Wenn ich mir jetzt deine Bilder anschaue, kann ich mir jetzt doch vorstellen. Es gibt ja viel zu sehen, mein Mann würde das Bier lieben und dieser Transport vom Gepäck ist ja äußerst bequem. Werde ich mir definitiv merken. Danke dafür 🙂

  8. Hallo Wolfgang,

    bei deinem Beitrag bekomm ich so richtig Lust, mich auf mal wieder ausgiebig in der Natur zu bewegen. Das Allgäu scheint ja wunderschön zu sein! Ich hoffe, da verschlägts mich auch mal hin 🙂

    LG aus dem Süden
    Karin

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