Kulinarische Abenteuer auf der Insel Langeoog

Nordseeinsel Langeoog

Reif für die Insel

Für kulinarische Abenteuer im Januar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an die Nordsee auf die Insel Langeoog reisen? Ja, was spricht denn dagegen? Das Wetter? Dazu fällt mir die Volksweisheit ein: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.“

Ein mangelndes Angebot an Aktivitäten? Wäre möglich.

Was liegt also näher, als diesen Fragen nachzugehen und sich selbst ein Bild zu machen? Im ersten Teil erzähle ich euch, welche kulinarischen Abenteuer auf der Insel locken.

Die Anreise

Und so suche ich kurzerhand die passenden Verbindungen heraus und buche meine Tickets. Von Bremen geht es mit der Bahn nach Norden und von dort aus weiter mit dem Bus nach Bensersiel zum Fähranleger.

Zwischen Bensersiel und Langeoog verkehrt mehrmals täglich eine Personenfähre. Da Langeoog bis auf wenige Ausnahmen eine autofreie Insel ist, müssen Autos in Bensersiel abgestellt werden. Dafür stehen bewachte Parkplätze/Garagen zur Verfügung.

Im Gegensatz zu Fährverbindungen zu anderen Nordseeinseln sind die Abfahrtszeiten nach und von Langeoog tideunabhängig (Ebbe und Flut) und somit keinen Schwankungen unterworfen.

Fähranleger

Fähranleger

Das Übersetzen mit der Fähre verläuft völlig problemlos. Eine moderne, saubere Fähre erfreut die Passagiere und so‘ ne kleine Bootsfahrt macht ja auch Laune. Die Fahrzeit beträgt ca. 30 bis 45 Minuten, je nach Seegang und Wind.

Vom Fähranleger in Langeoog aus geht es weiter mit der Inselbahn, die mit ihren bunten Wagen gleich die Stimmung aufhellt. Nach rund 10 Minuten ist die Fahrt leider schon zu Ende, ich bin am Inselbahnhof angekommen.

Inselbahn auf Langeoog

Inselbahn auf Langeoog

Die Unterkunft

Vom Inselbahnhof aus steuert nun jeder seine Unterkunft an. Es gibt einige Möglichkeiten, z.B. zu Fuß, mit dem Pferdewagen oder mit dem Mietfahrrad. Aber wenn man fit ist, kann man eigentlich die meisten Unterkünfte gut zu Fuß erreichen, da die Ortschaft überschaubar ist. So gewinnt man auch gleich einen Überblick. Der Gepäckservice bringt die Koffer auf Wunsch ins Hotel.

Ich nehme Kurs auf das Dünenhotel Strandeck, ein mit 3 Sternen geschmücktes Biohotel.

Dünenhotel Strandeck

Dünenhotel Strandeck

In der Nähe des Strandes gelegen empfängt mich das Hotel mit einem einladenden Äußeren. Die Begrüßung ist herzlich, der Check in im Nu erledigt und das Zimmer verspricht einen angenehmen Aufenthalt für die nächsten Tage. Schon bald sitze ich an der Hotelbar und genieße eines der Bio-Biere, die im Strandeck angeboten werden.

Bio-Bier

Bio-Bier

Ein Programm für Genießer

Meetings mit Winzern, Rumverkostung, Sherryverkostung, Regionalmenüs, ostfriesische Teezeremonie, so die kulinarischen Inhalte des unter der Überschrift „Weinwinter“ laufenden Programms. Na, wenn da nicht jeder Genießer hellhörig wird.

Schon am ersten Abend verwöhnt mich Chef Michael Recktenwald mit einem feinen Regionalmenü und der Winzer Christian Ehrlich sorgt mit seiner Expertise für die passende Weinbegleitung.

Am nächsten Abend bin ich zu Gast im unter gleicher Leitung stehenden Panoramarestaurant Seekrug. Chef Michael Recktenwald verwöhnt wieder mit einem dreigängigen Regionalmenü und setzt mit seiner Dessertvariation noch einen drauf. Alexandra und Christian Ehrlich, Inhaber, Kellermeister, Önologen und Vertriebschefs der Weinmanufaktur 3-Zeilen in Personalunion sorgen mit ihren Weinen für ein rundum gelungenes kulinarisches Event.

Dessertvariation

Dessertvariation

Das nächste Genuss-Highlight, eine Rumverkostung

Nach einer Einführung in die Original ostfriesische Teezeremonie durch Inseloriginal „Ossi“ Gerhard Siebels …

 

… steht nachmittags eine Rumverkostung auf dem Programm. Gastgeber Bernd Frech empfängt die Teilnehmer hierzu in seiner Vinothek Weinperle, wo schon eine beeindruckende Phalanx an Gläsern für die Verkostung aufgebaut ist.

Bernd Frech bei der Vorbereitung

Bernd Frech bei der Vorbereitung

Ich muss zugeben, dass ich Rum zuletzt vor vielen Jahren getrunken habe und dann auch nur in Mischgetränken. Ich habe daher weder Ahnung von Rum noch allzu große Erwartungen.

In den nächsten zwei Stunden ändert sich das aber grundlegend. Ich erfahre viel über Rum und habe so manches Ah-Erlebnis beim Verkosten der verschiedenen Rumsorten. Und am Ende der Veranstaltung nehme ich zwei Flaschen meiner Favoriten mit nach Hause.

Meine Rum-Mitbringsel

Meine Rum-Mitbringsel

Im gleichen Haus findet sich übrigens auch das Restaurant He‘ Tant. Mit seiner gemütlichen Gaststube und einer guten Küche ist das ebenfalls einen Besuch wert.

Restaurant He' Tant und Vinothek Weinperle

Restaurant He‘ Tant und Vinothek Weinperle

Was Sie schon immer über Sherry wissen wollten

Oder auch „Sherry – weltberühmt doch unbekannt“, denn unter diesem Titel war die Veranstaltung im Panoramarestaurant Seekrug annonciert.

Sherry, da war doch mal was. Will sagen, meine Erfahrungen resultieren mehr oder weniger aus den 80 Jahren, als Sherry als Aperitif im Trend lag. Aber mehr als zwei, drei Varianten eines bekannten Herstellers sind mir nicht mehr im Gedächtnis.

Michael Recktenwald erweist sich im Verlauf des Abends als profunder Kenner der Materie, ja, ich denke, das Wort Experte ist gerechtfertigt. Nach einer aufschlussreichen Präsentation zur Geschichte des im spanischen Andalusien aus Wein hergestellten Getränks gehen wir zur Praxis über.

Sherryverkostung im Seekrug

Sherryverkostung im Seekrug

Während der Verkostung vieler guter Sherryvarianten bis hin zum außergewöhnlichen Pedro Ximenez Sherry (PX), dem dunkelsten Weißwein der Welt (400 g Restsüße/Liter!), der jedes Dessert krönt, beschließe ich, mein nicht mehr aktuelles Bild vom Sherry neu zu zeichnen. Künftig werde ich in guten Häusern gezielt nach einem feinen Sherry als Begleitung zum Esssen suchen!

Fazit: Gelungen

Damit möchte ich auf zwei Tage Programm für Genießer zurückblicken und die eingangs gestellte Frage beantworten, ob es möglicherweise ein mangelndes Angebot an Aktivitäten gibt. Eindeutige Antwort: Nein, ganz gewiss nicht.

Ich war an den beiden Tagen – neben anderen Aktivitäten – so mit genießen beschäftigt, dass nicht ein Anflug von Langeweile aufkam. Zudem habe ich meinen kulinarischen Horizont gehörig erweitern können.

Was ich neben schlemmen und genießen sonst noch auf Langeoog getrieben habe, lest ihr in ein paar Tagen.

Infobox

Dünenhotel Strandeck, Kavalierspad 2, 26465 Langeoog
Tel.: 04972 6880
Panoramarestaurant Seekrug, Höhenpromenade 1, 26465 Langeoog
Tel.: 04972 383
Vinothek Weinperle, Barkhausenstraße 7, 26465 Langeoog
Tel.: 0174 38 28 958
Café – Restaurant He‘ Tant, Barkhausenstraße 7, 26465 Langeoog
Tel.: 04972 990239

Offenlegung

Zu dieser Recherche-Reise wurde ich vom Tourismus-Service Langeoog eingeladen. Vielen Dank dafür. Meine hier niedergeschriebene Meinung ist meine unbeeinflusste, ureigene.

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18 Kommentare

  1. Lieber Wolfgang,
    Ich habe letztes Jahr ein Super-Mädelswochenende auf Langeoog verbracht. Wir waren auch im Seekrug und konnten dort das Brautpaar einer Hochzeitsfeier bejubeln. Sehr gut gegessen haben wir auch im Blied.
    LG Annika

    • Liebe Annika, ich kann mir gut vorstellen, dass ihr Mädels dort viel Spaß hattet. Mir ging es ja auch so. Und kulinarisch ist auf der Insel sicher noch viel zu entdecken.

      Beste Grüße, Wolfgang

  2. Da hast Du aber schön beschrieben, was man tolles auf der Insel im Winter kulinarisch erleben kann – ich finde ja auch, Langeoog ist durchaus eine Winterreise wert!

    • Ich fahre ja sehr gerne im Winter an die See. Im Gegensatz zu manchen Zielen, wo dann echt der Bär begraben ist, lässt es sich in Langeoog sehr komfortabel leben, was Gastronomie und Geschäfte anbelangt.

  3. So kulinarische Reisen sind nicht so mein Ding… verstehe mich nicht falsch, ich esse viel und gerne – sieht man mir auch an 🙂 aber mir würde nicht in den Sinn kommen, eine kulinarische Reise zu buchen oder einfach so zu unternehmen. Klingt dennoch hoch interessant.
    Viele Grüße
    Maria

    • Jeder, wie er oder sie mag, Maria. Ich sag immer, gut essen und trinken hält Leib und Seele beisammen 😉 .

  4. Hallo Wolfgang,

    Rumverkostung, Sherryverkostung, ostfriesische Teezeremonie und Regionalmenüs? Das wäre genau unser Ding. Aber Winzer hätte ich auf Langeoog nun wirklich nicht vermutet. Das sind bestimmt speziell für die Breiten gezüchtete Weinsorten, die dort angebaut werden, oder?

    Liebe Grüße,
    Monika

    • Liebe Monika,

      die Winzer waren ebenso wie ich zu Besuch auf Langeoog. Zuhause sind die, wie auch ihre Weine, in Franken .

      Beste Grüße, Wolfgang

  5. Ich bin ja großer Nordsee im Winter Fan! Wir sind oft in den kalten und usseligen Monaten auf Sylt. Ich liebe diese Jahreszeit dort! Nach einem Strandspaziergang schon einmummeln und vorm Kamin einen heißen Kakao trinken oder so ähnlich 😉 Ich nehme mir immer wieder vor, auch die anderen Inseln zu erkunden. Irgendwann ist sicher auch Langeoog dran und dann nehme ich deine Tipps mit.
    Liebe Grüße
    Sabine

  6. Hallo Wolfgang, habe als Kind mit meinen Eltern häufig den Sommerurlaub am Wattenmeer verbracht, auf Langeoog war ich allerdings noch nie. Sollte ich unbedingt nachholen, Dein Bericht macht jedenfalls neugierig! LG Alexandra

  7. Hallo Wolfgang,
    ich habe deinen Beitrag gerne gelesen und denke an meine Zeit auf Langeoog zurück! Es ist schon sehr lange her. Heute würde ich ähnliche Mitbringsel einpacken!

    Viele Grüße!

  8. Ja, ich bin auch reif für die Insel, egal zu welcher Jahreszeit. Auf den vielen Alkohol verzichte ich dann aber – hicks – gebe aber gerne ein Schlückchen Rum in meinen Tee.
    Viele Grüße
    Eva

  9. Mittlerweile ist es wohl keine Kunst mich mit neuen Reisezielen in Deutschland zu überraschen. Ausser an die Ostsee bin ich nie in Deutschland unterwegs. Und Dein Reiseziel macht wirklich Lust auf einen Besuch.
    Aber wie ist denn die Überfahrt wenn die See unruhig ist?
    Jedenfalls merke ich mir das vor für eine Schlemmerreise 😉

    Beste Grüße
    Sylwia

    • Ich denke, die recht große Fähre hält schon einiges an Seegang aus. Bei Sturm/Orkan wird man den Fährverkehr aber sicher einstellen.

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